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Eine Säule in Hoyerswerda erinnet an Juri Gagarin

Kosmossäule in der Kolping-Straße. Foto: U. Schulz
Kosmossäule in der Kolping-Straße. Foto: U. Schulz FOTO: U. Schulz
Hoyerswerda. Genau 108 Minuten dauerte heute vor 50 Jahren der Aufenthalt des ersten Menschen im Weltall. Juri Alexejewitsch Gagarin wurde damit im Alter von 27 Jahren zum Helden, nicht nur in der Sowjetunion und in den sozialistischen Staaten. no

Nein, der Sympathieträger avancierte weltweit zu einem Symbol. Auch in Hoyerswerda, wo er nie war, erinnert eine Straße an den Raumfahrt-Pionier. Im Wohnkomplex VI, der zum größten Teil Mitte der Sechzigerjahre entstand, benannte man einst die Straßen nach Kosmonauten. Juri Gagarin war natürlich darunter.

Briefe an Hoyerswerda

Und sie heißt heute noch so, wird von Mehrfamilienhäusern gerahmt. Eine Juri-Gagarin-Schule gibt es heute dem Namen nach nicht mehr in Hoyerswerda. Dennoch existierte mal eine. Für den geplanten Neubau der 6. Oberschule wurde Mitte der 1960er-Jahre ein Name gesucht. Die Schule war noch in einem Behelfsgebäude in der Nähe des Marktes untergebracht. Das neue Schulgebäude wurde an der Karl-Marx-Straße errichtet, die heute Kolpingstraße heißt. Und das Schulgebäude, das am 1. Juni 1967 feierlich eingeweiht wurde, ist heute Haus II des Lessing-Gymnasiums. Damals in den Sechzigern fragte die Stadt bei Gagarin schriftlich an, ob man denn der Schule seinen Namen geben dürfe.

Die Genehmigung gab es schriftlich: "Von ganzem Herzen danke ich Euch für den Wunsch, Eurer Schule meinen Namen zu verleihen. Ich wünsche, dass Ihr bald eine neue, schöne Schule erhaltet und in dieser nur gute und ausgezeichnete Noten erteilt werden." Einen zweiten Brief des Kosmonauten erhielt die Schule im Jahr darauf kurz vor dem Tod des 34-jährigen Gagarin bei einem Übungsflug.

Farbenprächtige Mosaike

Beide Briefe waren jahrelang in der Schule ausgestellt. Man nahm sie 1992 ab, als die Schule Außenstelle des Gymnasiums wurde, und bewahrte sie im Schularchiv auf. Vor zehn Jahren, als der 40. Jahrestag des ersten bemannten Raumfluges anstand, übergab Horst-Dieter Brähmig, zu dieser Zeit Oberbürgermeister Hoyerswerdas, die Briefe an das Stadtmuseum.

Hier war 2001 auch eine Astro-Schau des Briefmarkenvereins Hoyerswerda zu sehen. Heute ist es in Hoyerswerda vergleichsweise ruhig um das historische Luftfahrtereignis geworden. Doch in der Kolpingstraße steht noch immer die "Kosmossäule". Ein Kunstwerk aus vier quadratischen Betonquadern, die auf zwei Sockelelementen ruhen. Jeder Quader wird auf der Vorder- und der Rückseite von je einem Mosaik geziert. Die farbenprächtigen Motive zeigen Raketen, die Sonne, Friedenstauben und ein Kosmonautenporträt.

Ob es tatsächlich Juri Gagarin zeigen soll, sei dahingestellt. Geschaffen wurde das Kunstwerk 1972 von Heinz-Karl Kummer aus Lauchhammer. Es wird wohl die Schule überdauern, die nach der Fertigstellung von Haus I des Lessing-Gymnasiums abgerissen werden soll.