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Eine Landpartie im Zeichen der Kunst

Hoyerswerda. Am Sonntag ist in und um Hoyerswerder wieder Gelegenheit für künstlerische Entdeckungen aller Art. Zum neunten Mal findet die kulturelle Landpartie "Kunstlandstrich" statt. Catrin Würz

Insgesamt 38 kulturelle "Haltepunkte" öffnen sich diesmal für neugierige Besucher. In Ateliers, Werkstätten, Galerien und improvisierten Ausstellungsflächen oder sogar auf der "grünen Wiese" werden mehr als 60 Künstler und Hobbymaler, aber auch Musiker und Filmemacher am Sonntag zwischen 10 und 18 Uhr ungewöhnliche Einblicke in ihr kreatives Schaffen gewähren. Auf welche Weise man diese enorme künstlerische Vielfalt erkunden möchte, kann jeder "Kunstlandstreicher" natürlich selbst entscheiden: Mit dem Fahrrad oder mit dem Auto, ganz individuell als Spaziergänger oder als Teil einer geführten Radrundtour, die um 10 Uhr am Bürgerzentrum Braugasse 1 startet. In jedem Fall sind spannende Entdeckungen und überraschende Begegnungen vorprogrammiert.

Der Kulturfabrik-Verein organisiert die kulturelle Landpartie bereits seit dem Jahr 2002 - sie findet aller zwei Jahre jeweils im Wechsel mit dem Hoyerswerdaer Kunstmarkt statt. "Natürlich sind auch diesmal wieder viele liebgewonnene Stationen wie Manfred Vollmerts Metallwerkstatt, die Räume von Beletage in einer ehemaligen Tischlerei oder die Brigitte-Reimann-Begegnungsstätte dabei", sagt Kufa-Geschäftsführer Uwe Proksch. Auf die gewohnten "festen Größen" muss man also nicht verzichten. Aber manches sei eben auch ganz anders. Die hiesigen Malerinnen Anita Guske und Monika Schumann haben zum Beispiel neue Kunst-Orte für sich entdeckt und stellen im Martin-Luther-King-Haus sowie in der Freiluftgalerie am Lausitzbad aus. Ganz neue Partner für "Kunstlandstrich" sind das Citymanagement des Gewerberinges Stadtzukunft und das ZCOM Zuse-Computermuseum geworden. Während die beiden Citymanager zur Ausstellung "Berlin Flowers" des Fotokünstlers Enrico Verworner in ihr Büro in der Spremberger Straße bitten, stellt das Computermuseum die Malerei von Konrad Zuse in den Mittelpunkt. Das Museum präsentiert seine kleine Sammlung von Werken des Computererfinders an diesem Tag sogar bei freiem Eintritt. Unter dem Motto "Hoy ist bunt" können Museumsbesucher zudem schwarz-weiß fotografierte Motive der Stadtlandschaft mit Farbe und somit mit Leben füllen.

Nur wenige Schritte weiter eröffnet die Orange Box neue Welten. In dem gerade zehn Jahre alt gewordenen Bauwerk werden im Wechsel Kurzfilme gezeigt und Live-Musik mit der einst in Hoyerswerda gegründeten Band "Ist das noch Hiphop?" zu erleben sein.

Die Jürgen von Woyski-Stiftung präsentiert in der CopyThek im Gewerbegebiet Nardt an der Ackerstraße 8 unter dem Titel "Nah und Fern" Arbeiten des Hoyerswerdaer Bildhauers und Ehrenbürgers. Gespannt sein darf man auch auf Aktionen und Ausstellungen an sehr ungewöhnlichen Orten: So fertigen die Fotografen Haiko Schnippa und Rico Hofmann auf einer "grünen Wiese" im Hof an der Bebelstraße 8 Porträts von Kunstlandstreichern vor sommerlicher Kulisse an. An der Kummelmühle in Groß Neida hat Konrad Leue Kunststudenten aus Dresden für eine witzig-skurrile Performance zusammengetrommelt. Und in der Weinbergstraße in Klein Neida stellt Familie Petschick gleich einer ganzen Gruppe von Hobbykünstlern und Kunsthandwerkern Raum für Holzkunst, Graffiti, Keramik und eine Nachthemden-Schau zur Verfügung.

"Kunstlandstrich" bietet in diesem Jahr zudem so viel Live-Musik wie noch nie zuvor. An sieben Orten sorgen Bands und Instrumentalisten für die passenden Klänge.

Zum Thema:
Die Kulturfabrik sucht auch in diesem Jahr wieder die schönsten Augen blicke des "Kunstlandstrich", die mit dem Fotoapparat festgehalten wurden. Die Fotos können bis zum 26. Juni digital an info@kufa-hoyerswerda.de zugestellt oder direkt im Bürgerzentrum Braugasse 1 abgegeben werden. Prämiert werden das schönste, das originellste und das witzigste Bild.