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| 15:36 Uhr

Hoyerswerda
Eine Investition in die Zukunft

Besichtigung des neuen Blockheizkraftwerks der Lausitzer Werkstätten. V.l.n.r.: Jochen Halgasch (Leiter Haustechnik), Geschäftsführer Eckhard Friese, Olaf Besser (Yados), Hoyerswerdas OB Stefan Skora und VBH-Geschäftsführer Steffen Grigas.
Besichtigung des neuen Blockheizkraftwerks der Lausitzer Werkstätten. V.l.n.r.: Jochen Halgasch (Leiter Haustechnik), Geschäftsführer Eckhard Friese, Olaf Besser (Yados), Hoyerswerdas OB Stefan Skora und VBH-Geschäftsführer Steffen Grigas. FOTO: Sascha Klein / LR
Hoyerswerda. Die Lausitzer Werkstätten haben 1,5 Millionen Euro für den Standort Am Speicher in Hoyerswerda ausgegeben. Von Sascha Klein

Das neue Prunkstück ist für Laien ein großer Kasten mit jeder Menge moderner Technik „made in Hoyerswerda“ darin. Für Eckhard Friese, den Geschäftsführer der Lausitzer Werkstätten, ist das neue Blockheizkraftwerk (BHKW) eine wichtige Investition in den Standort an der Grenze zwischen Hoyerswerda und Seidewinkel. Am Freitag steht er mit Vertretern von Stadt, VBH und dem Erbauer Yados im Heizungsraum und zeigt die neue Anlage her. Direkt anschließend ist die Leittechnik mit einem großen Monitor, auf dem die Prozesse abzulesen sind.

Seit rund dreieinhalb Jahren diskutieren die Lausitzer Werkstätten über die Anschaffung eines BHKW, jetzt ist es Teil der Heizungsanlage in dem Gebäudekomplex, in dem rund 200 Menschen mit Behinderungen arbeiten. Für die Lausitzer Werkstätten ist diese neue Heizungstechnik, die Wärme und Strom produziert, ein großer Sprung. Wie Geschäftsführer Eckhard Friese etwas salopp sagt, habe das Unternehmen früher mehr die Umwelt geheizt. „Die Energiebilanz zuvor war verheerend“, sagt er. Deshalb haben die Werkstätten auch jahrelang gespart, um die Investition tätigen zu können. 1,5 Millionen Euro hat das gesamte Vorhaben gekostet, rund 60 Prozent sind Fördermittel. Etwa 600 000 Euro hat das Unternehmen selbst beigesteuert.

Neben der neuen Heiztechnik sind auch die Wäscherei und die Küche teils deutlich verändert worden. Die Wäscherei, vorher ein Labyrinth aus acht kleinen Räumen, ist neu strukturiert worden – auch aus hygienischen Gründen. Aus acht Räumen sind zwei große geworden. 28 Personen arbeiten dort. Auf der einen Seite wird ausschließlich mit Schmutzwäsche hantiert, auf der anderen mit sauberer, erzählt Werkstattleiter Roland Mickel. Die Bereiche sind durch eine Schleuse getrennt. Die Wäscherei hat zudem mehr Platz bekommen, die Küche etwas abgegeben. Abgeschafft haben die Lausitzer Werkstätten die Dampferzeugungsanlage, die extrem viel Energie verbraucht hat. Jetzt seien diese Arbeitsprozesse kosteneffektiver. Trocknertechnik und Mangel laufen mit Gas, die Waschmaschinen mit vorgewärmtem Wasser, sodass es zum Waschen nur noch wenig erhitzt werden muss.

Der Produzent des BHKW hat eine kurze Anfahrt gehabt – die Anlage stammt vom Hoyerswerdaer Hersteller Yados. Der nutzt seine Technik bei den Lausitzer Werkstätten jetzt auch als Referenzobjekt. Dies ist laut Prokurist Olaf Besser ein „Paradebeispiel für eine Gesamtlösung“, denn Yados musste seine Technik in die vorhandene integrieren. Damit wird die neue Anlage der Werkstätten auch zum Forschungsobjekt. Denn Yados ist Industriepartner der Technischen Universität Dresden. Der Auftrag: Effizienzoptimierung solcher Anlagen.