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Eine Geschichte für Trump & Co.

Aber nicht nur für sie. Die Geschichte finden wir sehr weit vorn in der Bibel (1.Mose 13). Sie lohnt sich, gelesen und bedacht zu werden.

Abraham besaß große Vieherden und auch sein Neffe Lot war Herdenbesitzer. Gemeinsam waren sie als Nomaden unterwegs. Wegen des Weidelandes kam es immer wieder unter den Viehhirten beider Arbeitgeber zu Konflikten. Beide Parteien beanspruchten die besten Flächen. Eines Tages sagte Abraham zu seinem Neffen: "Lot, so kann es nicht weitergehen. Lass doch nicht Zank sein unter uns, denn wir sind Brüder." Onkel Abraham wartete zugleich mit einer überraschen Konfliktlösung auf. "Lot, trenne dich doch von mir!" Dabei bot er seinem Neffen an auszuwählen: "Willst du zur Linken, so will ich zur Rechten, oder willst du zur Rechten, so will ich zur Linken." Der wesentlich Jüngere entschied sich für das fruchtbarere Stück in Nähe des Jordanflusses, obwohl nach damaligem Rechtsverständnis dem älteren Abraham dieses Nutzland zugestanden hätte. Aber Abraham war der Frieden mehr wert, als sein Recht durchzusetzen.

Friedensstifter zeichnen sich dadurch aus, indem sie vergeben, verzichten und Vertrauen wagen. Alle drei Verhaltensweisen fallen uns nicht in den Schoß. Das betrifft Ehe- und Erbschaftskonflikte sowie Spannungen zwischen Kollegen und Nachbarn. Was bringt es, auf sein Recht zu pochen und unter allen Umständen durchzusetzen, wenn dabei Beziehungen zu Bruch gehen.