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Eine Gemeinschaft der Familien erreichen

Anke Sachs übt mit Kindern Tänze ein.
Anke Sachs übt mit Kindern Tänze ein. FOTO: Heinz Hirschfeld/hir1
Zeißig. Zu seinen Anfängen zurückgekehrt ist der Sorbische Kinderverein Zeißig. Nachdem Vereinsvorsitzende Doris Kasper Theaterstücke zu verschiedenen Sagenfiguren des slawischen Volkes geschrieben hat, wird es 2015 wieder ein Nummernprogramm aus Tänzen, Liedern und Gedichten geben. Katrin Demczenko/dcz1

Das wird von der stellvertretende Vereinsvorsitzenden Anke Sachs ausgearbeitet. Mit 18 Kindern probt sie im Saal der Dorfgaststätte "Grüner Kranz", getrennt nach Alter. Ihre zehn kleinen Tänzer sind drei bis sechs Jahre alt, die acht Großen sind neun bis 16 Jahre. Die getrennten Proben ermöglichen ihr, alle 14 Tage mit den Großen ein neues Tanzpotpourri einzustudieren, das sich die Choreografin der Sorbischen Volkstanzgruppe Zeißig, Elvira Hansch, ausgedacht hat. Die Kleinen lernen zu ihren Übungsstunden von Anke Sachs und der Zeißiger Kita-Erzieherin Brunhilde Richter Annemarie-Polka, Rheinländer und Rixdorfer.

"Wer sorbisch tanzen will, muss das einfach können", sagt Anke Sachs. Während der Rheinländer bei Pia, Anton und den anderen schon einigermaßen klappt, müssen die fünf Kinderpaare den Grundrhythmus des Rixdorfers noch lernen. "1,2,3 Sprung" gibt Anke Sachs vor und später meint sie, "die Mädchen müssen sich schneller drehen". Das ist für die dreijährige Elena, die gerade erst anfängt, gar nicht so einfach. Ihr sechsjähriger Partner David, der schon länger dabei ist, soll deshalb das kleine Mädchen ein wenig anleiten. Das ist auch für ihn eine ungewohnte Situation, in die er sich aber Stück für Stück hineinfindet.

Im Programm werden einzelne Kinder auch Gedichte aufsagen und Lieder auf Sorbisch singen. Dafür probt Anke Sachs mit den Kleinen in der Zeißiger Awo-Kita Lutki-Haus, wo ihr Claudia Retschela als Muttersprachlerin hilft. Die Großen üben zu Beginn ihrer Übungsstunde, erklärt Anke Sachs, "aufgetreten wird immer gemeinsam".

Das nächste Mal steht der Sorbische Kinderverein am 11. Juli zum 11. Internationalen Folklorefestival Chrostwitz auf der Bühne. Ohne die Hilfe der Eltern wäre das aber nicht möglich, weiß Anke Sachs. Sie kleiden die Kinder in die sorbische Tracht, fahren sie an den Auftrittsort und nehmen Requisiten mit.

Aber der Sorbische Kinderverein bastelt und feiert auch mehrmals jährlich und liest die alten Sagen vor, denn es soll "eine Gemeinschaft der Familien wachsen", so Anke Sachs. Das unterstützt auch die Zeißiger Mutter Doreen Quant, denn in ihrer Familie sei die Kenntnis der Sprache leider verloren gegangen.