Die überlebensgroßen, skurrilen Puppen von Udo Schneeweiß in der Inszenierung "Herr Biedermann und die Brandstifter" erzählen eine Geschichte, die brandaktuell ist.

Herr Biedermann mag nicht glauben, was er da alles in der Zeitung liest. Katastrophen über Katastrophen! Aber was geht ihn das an? Schließlich hat er mit den Brandstiftern, die in der Gegend die Häuser anzünden, nichts zu tun. Er hat lediglich einem armen Schlucker Unterkunft auf seinem Dachboden gewährt. Dass dieser einen Freund hatte, der nachts Benzinfässer nach oben schleppte, konnte er schließlich nicht wissen und außerdem wird das schon seine Richtigkeit haben. Nein, Herrn Biedermann trifft keine Schuld! Deshalb kann es sich eigentlich nur um die Pforte zum Himmel handeln, vor dem man ihn und seine Frau nach dem großen Brand warten lässt, oder?

Der Schweitzer Schriftsteller Max Frisch fordert die Zuschauer in seinem Stück auf, wachsam zu sein, nachzudenken, scheinbare Wahrheiten zu überprüfen und vor allem Verantwortung zu tragen. So ernst das klingt, er zeichnet in seinem holzschnittartigen Text witzige Figuren und treibt Situationen bis ins Komische.

Ein politischer Theaterabend der besonderen Art.