| 02:41 Uhr

Einblicke in den Briefwechsel von Christa Wolf

Hoyerswerda. Der Kunstverein beendet das Halbjahr mit einer besonderen Begegnung: Sabine Wolf, die Direktorin des Literaturarchivs der Akademie der Künste Berlin, besucht den Hoyerswerdaer Kunstverein. Das teilt Martin Schmidt mit. red/br

Wolf spricht am kommenden Donnerstag, dem 29. Juni, ab 19 Uhr im Zoocafé Sambesi über den Nachlass von Christa Wolf, den sie selbst betreut.

Den Band "Christa Wolf Briefe von 1952 - 2011" hat sie vor Kurzem unter dem Titel "Man steht ganz bequem zwischen allen Fronten" herausgegeben. Das von ihr geleitete Literaturarchiv der Akademie der Künste bewahrt "die größten Fonds der deutschen Literatur vom Ausgang des Kaiserreichs bis zur Gegenwart", beispielsweise von Heinrich Mann, Arnold Zweig, Walter Benjamin, Bert Brecht, Helene Weigel, Franz Fühmann, natürlich Christa Wolf; von Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass und Jurek Becker.

Sabine Wolf wird berichten, so heißt es in der Ankündigung weiter, was diese 100 Jahre alte Sammlung für Literatur, Geisteswissenschaften und Geschichte bedeutet und wie sie gepflegt wird. Die in dem genannten Buch versammelten 483 Briefe bieten Einblick in den intensiven Schriftverkehr Christa Wolfs mit Zeitgenossen in Ost und West sowie mit Schriftstellern in Europa und Übersee.

Herausgeberin Sabine Wolf schuf für das Buch einen hilfreichen Apparat bio- und bibliografischer Angaben zu den Briefpartnern wie auch zur jeweiligen historischen Situation. Diese Auswahl aus ungefähr 15 000 Briefen Christa Wolfs erinnert spannend an 60 Jahre Zeitgeschichte, ohne zu belehren.

Alle Interessenten sind zu diesem Gespräch herzlich willkommen.