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| 02:41 Uhr

Ein vernünftiges Jahr mit Schönheitsfehlern

Der Elsterheider Bürgermeister Dietmar Koark präsentiert hier ein Werk, das Geschichte schreibt: Denn nach zwölf Jahren wurde der Bebauungsplan für die Südostböschung des Geierswalder Sees, ein Riesenprojekt, von den Gemeinderäten beschlossen.
Der Elsterheider Bürgermeister Dietmar Koark präsentiert hier ein Werk, das Geschichte schreibt: Denn nach zwölf Jahren wurde der Bebauungsplan für die Südostböschung des Geierswalder Sees, ein Riesenprojekt, von den Gemeinderäten beschlossen. FOTO: T. Richter-Zippack/trt1
Mit dem RUNDSCHAU-Fragenkatalog haben die Bürgermeister aus der Region die Möglichkeit, das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen und einen Vorausblick auf das gerade gestartete Jahr 2016 zu wagen. Heute stellt sich der Elsterheider Bürgermeister Dietmar Koark (CDU) den Fragen. Torsten Richter-Zippack / trt1

Tops des Jahres: Nennen Sie bitte die drei größten Erfolge im Jahr 2015. Warum zählen Sie diese dazu?
Der Elsterheider Bürgermeister Dietmar Koark sieht vier Erfolge. Dazu zählt er als erstes den Fakt, dass lange Liegengebliebenes erledigt wurde. Egal, ob die Erneuerung von Friedhofstoren, Baumverschnitt und neue Straßenlampen: Dinge, auf die die Bürger teilweise lange warten mussten, wurden im zurückliegenden Jahr endlich umgesetzt, sagt Bürgermeister Dietmar Koark. Darüber hinaus beschlossen die Gemeinderäte nach zwölf Jahren Arbeit endlich den Bebauungsplan für das Südostufer des Geierswalder Sees. Zudem erfolgte die Vollendung des letzten Abschnitts der Erschließungsstraße im Wohngebiet am Blunoer Südsee.

Außerdem ist 2015 ein gutes Jahr für die Elsterheider Kameraden gewesen. Denn als weiteren Erfolg wertet Dietmar Koark die neue Ausrüstung für die Feuerwehren. Die Gemeinde hat kräftig investiert. Zu Buche stehen zwei Mannschaftstransportwagen in Sabrodt und Seidewinkel, ein weiteres Fahrzeug für die Klein Partwitzer Wehr sowie ein Kleinlöschfahrzeug für Bergen. Zudem erhielt die Einsatzleitung ein neues Führungsfahrzeug. Darüber hinaus wurde in weitere, zwingend notwendige Dinge investiert.

Der neue Seenland-Radweg zwischen Bluno und Sabrodt ist der dritte Erfolg. Nach langer Zeit ist es tatsächlich gelungen, den bislang fehlenden, gut zwei Kilometer langen Lückenschluss im Radwegenetz zwischen Bluno und Sabrodt zu vollenden. Darüber hinaus entstanden zwei neue Buswartehäuschen für die Anwohner der Ausbauten beider Dörfer. Ein weiterer neuer Radweg verbindet jetzt Klein Bergen und Klein Seidewinkel.

Extra-Top: Das Elsterheidefest im September in Seidewinkel. Tausende Gäste genossen begeistert das Programm sämtlicher Ortsteile, das über Monate liebevoll vorbereitet worden war. Anlass für die dreitägige Party bildete der 20. Geburtstag der Elsterheide. Wann das nächste Fest steigt, ist noch unklar. "Hebt ein Ort die Hand, würden wir uns nicht verschließen", stellt Bürgermeister Koark klar.

Flop des Jahres: Nennen Sie die größte Niederlage im Jahr 2015. Was ist dabei schiefgelaufen?
"Der Flop des Jahres ist der Einbruch der Gewerbesteuern", erklärt Dietmar Koark. Im August erfuhr das Bergener Rathaus erstmals von der drohenden Rückzahlung von Gewerbesteuern an den Bergbau- und Energiekonzern Vattenfall. Konkrete Zahlen gibt es aber wahrscheinlich erst im kommenden Februar. Schätzungen zufolge müssen allein für das Jahr 2015 rund 160 000 Euro rückerstattet werden. Für 2016 wird ein Nachtragshaushalt wahrscheinlich.

Einmal in den Wünsche-Sack gegriffen: Was würden Sie sich für Ihre Stadt wünschen, wenn sie einen Wunsch frei hätten?
Das Gemeindeoberhaupt hat lediglich einen Wunsch: Nämlich, dass die hiesigen Arbeitsplätze dauerhaft erhalten bleiben. "Die Leute in der Elsterheide sollen Arbeit haben", bringt Dietmar Koark sein Anliegen auf den Punkt. Nur so lasse sich der soziale Frieden wahren. Nicht zuletzt sollen sich die Leute in ihrer Heimat wohlfühlen. "Wenn das verloren geht, dann haben wir verloren", kommentiert der Bürgermeister.

Rückwärtsgang: Gibt es Entscheidungen, die Sie im Rückblick auf das Jahr 2015 anders machen würden?
Der Elsterheider Bürgermeister würde keine Entscheidung des vergangenen Jahres revidieren. Die Politik der kleinen Schritte habe sich bewährt.

To-do-Liste: Welche Maßnahmen gehören aus Ihrer Sicht zu den größten Herausforderungen im Jahr 2016 und warum?
Dietmar Koark benennt drei Punkte seines Maßnahmenkatalogs. Dazu gehört die Erschließung des Segelsportzentrums am Partwitzer See. Im neuen Jahr startet der Bau der Erschließungsstraße von der Partwitzer Siedlung zum neuen Segelsportzentrum am Ostufer des Partwitzer Sees. Der Gemeinderat hat in seiner letzten Sitzung 2015 den Auftrag an eine Schwarzheider Firma vergeben. Neben der Zufahrt sollen auch mehrere Parkplätze entstehen.

Eine weitere Maßnahme ist die Erschließung des Wohnhafens Scado am Geierswalder See. Auch in Geierswalde wird eine neue Straße gebaut. Die Zufahrt zu den schwimmenden Häusern, bislang ein löchriger Feldweg, erhält eine Asphaltdecke. Zu Saisonbeginn 2016 dürfe der Verkehr rollen.

Klappt alles wie am Schnürchen, könnte im Jahr 2016 der rund 500 Meter lange Radweg vom Nardter Ortsausgang bis zur Feuerwehrschule gebaut werden. Die Trasse soll parallel zu der vielbefahrenen Bundesstraße 96 verlaufen. Langfristig könnte es eine Erweiterung bis nach Schwarzkollm geben.

Flüchtlingssituation: Alle Städte haben derzeit ein großes Problem, Flüchtlinge unterzubringen. Wie sehen Sie die aktuelle Situation in Bernsdorf? Auf was müssen sich die Bürger einstellen?
In der Gemeinde Elsterheide lebten zum Jahresende 2015 keine Asylbewerber. Grund sind fehlende Unterbringungsmöglichkeiten seitens der Gemeinde. Die wenigen Wohnungen, die dem Bergener Rathaus gehören, sind bereits vermietet. Nicht zuletzt fehlt auf dem Land die notwendige Infrastruktur, beispielsweise Einkaufsmöglichkeiten oder Busverbindungen.

Blick in die Glaskugel: Was denken Sie, wie die Region im Jahr 2030 aussehen wird?
"Ich hoffe, wir sind in zehn bis 15 Jahren wesentlich weiter, was den Fortschritt in der Bergbausanierung angeht", sagt Dietmar Koark. In der Vergangenheit genannte Ziele der LMBV seien nicht selten immer weiter nach hinten verschoben worden. So hätten sich die hehren Vorstellungen aus den 1990er-Jahren, dass bis 2015 das Seenland vollendet sei, nicht bewahrheitet. Dennoch glaubt das Gemeindeoberhaupt, dass seine Kommune im nächsten Jahrzehnt erheblich vorankommen werde. Nicht zuletzt würden dann die Schiffe vom Senftenberger bis zum Spreetaler See verkehren. "Aber dafür würde ich nicht meine Hand ins Feuer legen", sagt der Bürgermeister schmunzelnd.