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| 16:14 Uhr

Lausitzer Werkstätten
Ein Umzug in dasHerz der Neustadt

Eckhart Friese, Hagen Skopec und Ingolf Kawelke vor dem sich im Umbau befindlichen Haus.
Eckhart Friese, Hagen Skopec und Ingolf Kawelke vor dem sich im Umbau befindlichen Haus. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Der Fahrradservice der Lausitzer Werkstätten vergrößert sich in Hoyerswerda. Von Katrin Demczenko

Reparatur, Verleih, Verkauf: Ein Rundum-Service für Fahrräder aller Art gibt es seit mittlerweile fünf Jahren im Treff-8-Center in Hoyerswerda. Ein Angebot, das sich verbessern lässt, wie Eckhart Friese findet. Der Geschäftsführer der Lausitzer Werkstätten kündigt an: Am 2. Januar wird die Fahrradwerkstatt umziehen – und zwar in den Flachbau an der Bautzener Allee 43 gegenüber der Lausitzhalle. Friese hofft mit der verbesserten Lage dieses Angebotes auf steigende Kundenzahlen. Schließlich sei Hoyerswerda eine Fahrradstadt.

Das Besondere an diesem Fahrradservice: In der Werkstatt werden Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen sowie Menschen mit psychischen Erkrankungen beschäftigt, die wegen Art und Schwere ihrer Behinderung kaum eine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben.

Im neuen Domizil werden im kommenden Jahr 15 betreute Mitarbeiter nicht nur Fahrräder aller Typen und Marken reparieren, sondern diese auch verleihen und verkaufen. Weil das Gebäude eine Grundfläche von satten 523 Quadratmetern hat, soll dort ein kleiner Verkauf von in den Lausitzer Werkstätten produzierten Holz- und Keramikarbeiten entstehen.

Außerdem soll eine ganz neue Abteilung einziehen: „Es handelt sich um die Datenarchivierung, bei der vorerst fünf betreute Mitarbeiter Papierakten von Firmen digitalisieren“, erklärt Eckhart Friese. Später soll die Anzahl dieser Beschäftigten ansteigen. Der Geschäftsführer freut sich, dass die behinderten Menschen dann direkt im Herzen der Neustadt am Leben teilhaben und ihren Arbeitsplatz mit dem öffentlichen Personennahverkehr erreichen können.

Das in den 1960er-Jahren gebaute Haus gehört dem Geschäftsmann Hagen Skopec, mit dem die Lausitzer Werkstätten einen Mietvertrag über zehn Jahre vereinbarten. Somit endet ein zweijähriger Leerstand, der nach dem Auszug seines Bekleidungsgeschäftes „Wings“ entstanden ist, wie Hagen Skopec sagt. Den Umbau des Gebäudes, in dem zur DDR-Zeit Fernseher und Waschmaschinen repariert wurden und dessen Anbau als Büro für den Aufbau der Lausitzhalle entstanden ist, leitet jetzt der Bauplaner Ingolf Kawelke. Er sagt, dass er den Bauantrag bei der Stadt im Juli 2018 eingereicht hat und Anfang Oktober die Baugenehmigung erteilt bekam.

Nun werden alle Arbeits- und Besprechungsräume, der Speiseraum, die Umkleide- sowie Sanitärräume behindertengerecht und barrierefrei gestaltet. Alle Türen werden so verbreitert, dass auch Rollstuhlfahrer problemlos in das Haus hineingelangen können.