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| 01:06 Uhr

Ein typisches Lausitzbrot schmeckt nach Leinöl

Spremberg.. Wer öfter mal über den eigenen Tellerrand guckt, dem kommen auf Reisen manchmal die besten Gedanken. Thoralf Schirmer

Die Spremberger zum Beispiel verdanken es einem Ausflug, den Bäckermeister Reiner Kießig in der Pfingstzeit in den Spreewald unternahm, dass sie heute ein „Lausitzbrot“ auf den Tisch bringen können, wie es regionaltypischer kaum schmecken kann.
„Wir hatten gute Bekannte aus Düsseldorf zu Besuch und wollten ihnen natürlich etwas von unserer Umgebung zeigen“ , erinnert sich Reiner Kießig. „Dazu gehörte natürlich auch ein Ausflug in den Spreewald mit Kahnfahrt und allem drum und dran. Das haben wir dann gleich mit einem Besuch der Holländer-Windmühle in Straupitz verbunden. Mich als Bäcker interessierte das ja sowieso, aber auch unsere Gäste waren begeistert.“
Die Ausflügler machten einen Rundgang durch die Staupitzer Mühle, die nicht nur als Korn-, sondern gleichzeitig auch als Öl- und Sägemühle arbeitet. Besonders der Prozess, bei dem aus Leinsamen das Leinöl, eine urtypische Lausitzer Köstlichkeit, hergestellt wird, hatte es Reiner Kießig angetan. Hierbei wird der Leinsamen kaltgepresst - zurück bleibt ein sogenannter Leinkuchen, der später zu Leinkuchenmehl vermahlen wird.
Dem Spremberger Bäckermeister kam sofort die Idee, dass sich mit diesem Mehl, das immer noch den typischen Leinölgeschmack aufweist, auch gut Brot backen lassen müsste, denn „...was die Italiener mit ihren Oliven können, das können wir mit unserem Leinen doch auch.“ Das war die gedankliche Geburtstunde des Kießigschen Lausitzbrotes, die praktische folgte bald in der Bäckerstube. Grundlagen für das Brot mit der rauen Kruste und dem herzhaften Geschmack sind Leinkuchenmehl, Schrotmehl und Sauerteig - so viel verrät Reiner Kießig. Der Rest aber fällt unters Rezept-Geheimnis.
Nach dem ersten Probelauf ist das Lausitzbrot nun soweit, dass es regelmäßig im Laden angeboten werden kann. Das Pfundbrot, das im rustikalen Spankorb angeboten wird, kostet zwei Euro und kommt jeweils montags und freitags frisch aus dem Backofen.
Die erste Kundenresonanz sei recht gut gewesen, sagt Kießig, der das eigene Lausitzbrot derzeit auch persönlich zu seinen Lieblingssorten zählt: „Wer Leinöl mag, wird dieses Brot lieben.“ Und weil es offenbar auf Gegenliebe bei den Kunden stößt, experimentiert der Spremberger Bäcker jetzt schon an seiner nächsten Kreation, dem leinölduftenden Lausitz-Brötchen.

Hintergrund Gesund ist's auch
 Das Leinkuchenmehl, das noch Rückstände der Omega-3-Fettsäure enthält, soll übrigens auch für die Gesundheit sehr förderlich sein, wie sich Bäckermeister Kießig in der Straupitzer Mühle hat informieren lassen. Zum einen reguliere es auf sanfte Weise die Darmtätigkeit. Zum anderen fördere es die Potenz.