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| 20:35 Uhr

Hoyerswerda
Ein sichtbarer Hinweis auf das denkwürdige Ereignis

Vier Schrauben - vier Hoyerswerdaer haben die Gedenktafel mit dem Segen der Wohnungsgesellschaft Hoyerswerda befestigt: Elvira Lätsch, Dr. Günter Seifert, Irma Augustin, Klaus Richter und Steffen Markgraf (v.l.n.r.)
Vier Schrauben - vier Hoyerswerdaer haben die Gedenktafel mit dem Segen der Wohnungsgesellschaft Hoyerswerda befestigt: Elvira Lätsch, Dr. Günter Seifert, Irma Augustin, Klaus Richter und Steffen Markgraf (v.l.n.r.) FOTO: LR / Catrin Würz
Hoyerswerda. In der Hoyerswerdaer Neustadt erinnert nun eine kleine Gedenktafel an den Start des Aufbaus vor genau 61 Jahren. Von Catrin Würz

 „Das war ein denkwürdiger Tag, als damals im Juni 1957 der Grundstein für eine ganz neue Stadt gelegt wurde“, sagt Klaus Richter. Der heute 83-Jährige findet, dass solch ein Ereignis auch in der Gegenwart seine Denkwürdigkeit nicht verlieren sollte. Der Architekt hat deshalb das Anbringen einer kleinen Erinnerungstafel am „allerersten Wohnblock der Hoyerswerdaer Neustadt“ organisiert - und hat dabei einige offene Türen eingerannt. Zum Beispiel bei Steffen Markgraf, dem Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft Hoyerswerda. Dem Wohnungsunternehmen gehört der Wohnblock in der heutigen Otto-Damerau-Straße 2 bis 10 mit dem geschichtsträchtigen Grundstein im Fundament.  „Natürlich haben wir Herrn Richters Vorschlag uneingeschränkt zugestimmt - denn die Neustadt und besonders auch der Wohnkomplex I sind uns als Wohnstandort sehr wichtig“, erklärte Markgraf.

Dass die Symbolik und die Erinnerung an den Anfang der Neustadt vor genau 61 Jahren vielen Hoyerswerdaer Bürgern ebenfalls am Herzen liegt, zeigte die große Resonanz: Zum symbolischen Einschrauben der Tafel am 15. Juni - also genau 61 Jahre nach der Grundsteinlegung 1957 - kamen auch fast 30 Einwohner der Stadt. Die vier Schrauben, die die Gedenktafel jetzt an der Fassade halten, wurden auch von vier Menschen dieser Stadt eingeschraubt, die den Aufbau unmittelbar begleiteten: Dr. Günter Seifert, einst Technik-Direktor im Gaskombinat Schwarze Pumpe, steht für den Industrie-Riesen, für dessen Arbeiter die neue Stadt entstand. Elvira Lätsch war einst Betonwerkerin in Zeißig. Irma Augustin wohnt mit ihrem Mann Klaus seit inzwischen mehr als 50 Jahren in dem Wohnblock, der als der erste in der Neustadt gilt. Und Klaus Richter, ab 1960 Mitarbeiter des Aufbaustabes, schraubte als Vertreter für die Planer und Architekten die vierte und letzte Schraube in die Fassade.