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| 16:22 Uhr

Gerhard Gundermann
Ein neuer Extra-Schmöker zum Gundermann-Film

Die Protagonisten des Abends (v.l.): Ingo „Hugo“ Dietrich, Carmen Ortlet, Laila Stieler und Andreas Leusink mit dem neuen Buch.
Die Protagonisten des Abends (v.l.): Ingo „Hugo“ Dietrich, Carmen Ortlet, Laila Stieler und Andreas Leusink mit dem neuen Buch. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Noch mehr Details, noch mehr Fotos: In der Kulturfabrik Hoyerswerda ist das neue Buch zum Kinofilm über den Baggerfahrer vorgestellt worden. Von Katrin Demczenko

Gundermanns Vermächtnis entdecken – das war es , was die Besucher der Veranstaltung am vergangenen Freitag in der Hoyerswerdaer Kulturfabrik (KuFa) wollten. Was dort geschah? Das nagelneue Begleitbuch zum Film „Gundermann“ wurde präsentiert. Es trägt den gleichen Namen, auf dem Cover steht außerdem ein Zitat des Liedermachers: „Von jedem Tag will ich was haben, was ich nicht vergesse.“

Herausgeber und Mitautor Andreas Leusink las Szenen aus dem Buch. Neben ihm: Laila Stieler, die Drehbuchautorin des Films. Auch Ingo „Hugo“ Dietrich fand sich als ehemaliges Mitglied der „Brigade Feuerstein“, also Gundermanns Band in Hoyerswerda, in der Runde ein und stellte seine ins Begleitbuch aufgenommenen Erinnerungen vor. Musikalisch war es außerdem, denn der Berliner Musiker sang mit seiner Bühnenpartnerin Carmen Ortlet Lieder des vor 20 Jahren verstorbenen Hoyerswerdaer Rockpoeten wie „Brunhilde“ und „Und ich habe keine Zeit mehr“, deren Texte das Publikum mitsang.

In ganz Deutschland haben den Spielfilm „Gundermann“ bis jetzt 320 000 Menschen gesehen, „eine enorme Resonanz“, freute sich Andreas Leusink. „Seit zehn Wochen bekommen wir täglich Post aus Ost und West von Leuten, die ihn kannten und anderen. Der Grundton ist tiefe Dankbarkeit und das ist etwas, mit dem wir nicht gerechnet haben.“ Allein die Premiere in Essen besuchten 1400 Menschen, die sich nach dem Film noch mehrere Stunden miteinander austauschten. Kufaa-Mitarbeiter Karsten Held, der die Veranstaltung organisiert hatte, sagte über das Buch: „Für mich erweitert es den Film.“ Schließlich enthalte es viele weitere neue Details über Gundermann und Fotos von seinem Leben. Mitte der 1990er Jahre wurde Laila Stieler über ihren Freund Mario Ferraro, der damals in der Band Die Seilschaft mit Gundermann Musik machte, auf das neue Album „Engel über dem Revier“ aufmerksam. Aus den von Gundi klar erzählten Geschichten entwickelte die Drehbuchautorin die erste Idee, daraus einen Film zu machen. 2006 begann mit dem Regisseur Andreas Dresen die inhaltliche Arbeit an einer Filmbiografie über den streitbaren ostdeutschen Musiker und Baggerfahrer im Braunkohletagebau. Laila Stieler sprach also mit Gundermanns Witwe Conny und besuchte mit ihr 2009 Hoyerswerda. Sie schaute die Gundermann-Sammlung an, die Reinhard „Pfeffi“ Ständer in der Kufa-„Zwischenbelegung“ zusammengetragen hat und besuchte das Jugendklubhaus Ossi. Nach und nach schrieb sie acht verschiedene Drehbuchfassungen, von der eine den Ansatz hatte, dokumentarische Aufnahmen von Gundi einzubeziehen, erzählte Laila Stieler. Das wurde verworfen.

Schließlich entschied sie sich, „die Biografie als Fiktion zu erzählen“ und das Leben sowie die Atmosphäre im Tagebau, in den 1970er Jahren der DDR und den 1990er Jahren in Ostdeutschland so authentisch wie möglich nachzustellen. Ihr Ziel war „einen Film für alle, nicht nur für Gundi-Fans zu machen.“ Deshalb musste die Drehbuchautorin sehr genau auswählen, welchen Personen rund um Gundermann sie eine Stimme gab und welchen nicht. „Wenn wir versuchen, mehr zu erzählen, wird es flacher.“ Die 127-minütige Zeitreise sollte einen neuen Blick auf ein verschwundenes Land zeigen. Mit dem neuen dazugehörigen Buch soll dieser Blick noch einmal erweitert werden.