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| 02:40 Uhr

Ein Masterplan für den Knappensee

Der Knappensee aus der Vogelperspektive zu Beginn der Sanierung 2014. An den Uferbereichen werden seitdem Rütteldruckverdichtungen vorgenommen und neue Massen aufgebracht.
Der Knappensee aus der Vogelperspektive zu Beginn der Sanierung 2014. An den Uferbereichen werden seitdem Rütteldruckverdichtungen vorgenommen und neue Massen aufgebracht. FOTO: Rundschau/dpa
Lohsa/Groß Särchen. Um nach der bergtechnischen Sanierung am Knappensee ab 2022 möglichst mit voller Kraft in die touristische Wiedererschließung des Gebietes starten zu können, hat der Zweckverband Lausitzer Seenland Sachsen (LSS) jetzt die ersten Weichen dafür gestellt: Für den Knappensee und seine Nachbargewässer wird ein Masterplan erarbeitet. Catrin Würz

"Der Knappensee war ein See mit hoher touristischer Bedeutung für unsere Region - und das soll er nach den Einschränkungen durch die Sanierung auch wieder werden", sagt Daniel Just, Geschäftsführer des Zweckverbandes LSS. Dieses Ziel wollen die im Zweckverband vereinigten sieben Städte und Gemeinden mit aller Kraft gemeinsam verfolgen. Einhellig hat die Verbandsversammlung deshalb gestern Nachmittag die Erarbeitung eines Masterplanes für den Knappensee beschlossen. Für das Konzept sind mehr als 30 000 Euro im Wirtschaftsplan für 2017 vorgesehen.

Seit dem Jahr 2013 werden am Knappensee aufgrund von Standsicherheitsproblemen in den geschütteten Bereichen aus dem Altbergbaubestand und wegen der Gefahr von Setzungsfließen umfassende bergtechnische Sicherungsmaßnahmen durch die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV) durchgeführt. Rütteldruckverdichtungen und das Aufbringen neuer Massen sind die Hauptmethoden der bergtechnischen Sanierung.

Der See ist seitdem für die Nutzung voll gesperrt und rundum mit einem Zaun abgesichert. Temporär werden geotechnische Sperrgebiete auch in angrenzenden besiedelten Bereichen ausgewiesen. Bauliche Anlagen und touristische Infrastruktur mussten dafür zurückgebaut werden. Die Dauer der Sanierung, die zum Start im Sommer 2014 mit Kosten in Höhe von rund 100 Millionen Euro angegeben wurde, wird acht Jahre dauern.

Danach müsse die touristische (Neu)Erschließung des einst bei Wassersportlern und Campern so beliebten Knappensees als eine Chance für eine nachhaltige und bedarfsgerechte Neuordnung verstanden werden. "Und so werden wir mit dem Masterplan natürlich auch die angrenzenden Seen mit betrachten", sagt Geschäftsführer Daniel Just. Ziel sei es, die kleine Seengruppe im südlichen Bereich des Lausitzer Seenlandes - mit dem Knappensee, Mortkaer See, Graureihersee und Silbersee - als eine Einheit zu sehen und neu auszurichten. In direkter Nachbarschaft zur Energiefabrik Knappenrode, die Nähe zu Bautzen und Hoyerswerda und nahe den neuen Gewässern im Osten des Seenlandes sollen für den Knappensee & Co. im neuen Konzept die Alleinstellungsmerkmale herausgestellt werden. "Und wir wollen die künftigen Nutzer am See bei der Planung so zeitig wie möglich mit ins Boot nehmen", sagt Lohsas Bürgermeister Thomas Lebe recht. Einige Nutzer von vor der Sanierung haben ihr Interesse bekundet, weiter am See wirken zu wollen.

Der gewünschte Masterplan wird die Grundlage für künftige Bebauungspläne sein. Um das Zukunftskonzept mit Visionen und Ideen für den Knappensee erarbeiten lassen zu können, hofft der Zweckverband auf Fördergeld aus dem Topf der Regionalentwicklung. "So schlecht stehen unsere Chancen nicht", sagt Daniel Just. Beim Planungsverband wurde dem Knappensee-Konzept immerhin eine mittlere Priorität bescheinigt.