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Ein leises Servus zum Abschied und ein Blick nach vorn

Ödön von Horváths Drama "Ein Kind unserer Zeit" kommt im März noch einmal auf die Bühne des Theaters Senftenberg.
Ödön von Horváths Drama "Ein Kind unserer Zeit" kommt im März noch einmal auf die Bühne des Theaters Senftenberg. FOTO: Neue Bühne
Senftenberg. Mit zahlreichen Höhepunkten geht der Monat März über die Bretter der Neuen Bühne Senftenberg. Bevor Intendant Sewan Latchinian und einige Ensemblemitglieder zum Spielzeitende ans Volkstheater Rostock wechseln, sagen sie mit der Wiederholung erfolgreicher Inszenierungen dem Senftenberger Publikum "Servus". pm/eb

Bevor das Theaterensemble unter der Leitung des neuen Theaterchefs Manuel Soubeyrand ab Sommer darangeht, an die zurückliegenden Erfolge anzuknüpfen und Neues auf die Bühne zu bringen, nimmt das bestehende Team mit einer besonderen Reihe Abschied und verbeugt sich vor seinem Publikum, vor den Besuchern, Förderern und Unterstützern. Unter dem Motto "Sag zum Abschied leise Servus" zeigt die Neue Bühne von März bis Juli zum letzten Mal beliebte Stücke aus dem Repertoire und dem 10. GlückAufFest.

Im März gelangen innerhalb der "Servus"-Reihe noch einmal Ödön von Horváths Drama "Ein Kind unserer Zeit" (Donnerstag, 6. März, 19 Uhr), "Das Tagebuch der Anne Frank (Samstag, 15. März, 19.30 Uhr) sowie die Inszenierung des "Faust" von Johann Wolfgang Goethe (Freitag, 21. März, 19.30 Uhr) zur Aufführung.

Wieder im Spielplan ist Johann Wolfgang Goethes Schauspiel "Stella". Diese Inszenierung einer der größten Liebesgeschichten verdichtet Goethes Text und legt den Kern des Stückes frei - einen tragisch schönen Tanz zwischen Vertrautheit und Erschöpfung. Es geht um die Liebe, und es geht um die Sehnsucht nach Leben, um die Abschaffung der Einsamkeit. (8. März und 22. März, jeweils 19.30 Uhr).

Wendekinder und Mobbing

"Eisenkinder - Die stille Wut der Wendegeneration" ist der Titel einer Lesung mit Sabine Rennefanz am Sonntag, 9. März, ab 19.30 Uhr. Die in Berlin lebende Redakteurin der Berliner Zeitung wurde 1974 geboren und wuchs in Eisenhüttenstadt auf. In ihrem Debüt "Eisenkinder" 2013 schreibt sie "mit der Wut ihrer Generation" über die herrschenden Klischees in der Ost-West-Debatte, vor allem über die Suche nach Heimat und Identität und spürt der Frage nach, wodurch die Mitglieder der Zwickauer Zelle zu Mördern werden konnten.

Mobbing im Internet ist das Thema der Klassenzimmerproduktion "Out! - Gefangen im Netz" von Knut Winkmann am Freitag, 14. März, ab 19.30 Uhr. Darin geht es um Viktoria, in deren neuer Klasse die selbstbewusste Art des Mädchens nicht gut ankommt. Schnell sind die Fronten klar: Die Neue wird als Außenseiterin gemobbt - in der Schule und ganz besonders im Internet. Dabei wollte sie auf den sozialen Plattformen doch eigentlich nur Spaß haben und Freunde treffen. Für Vicky jedoch gibt es da plötzlich überhaupt nichts Soziales mehr. Sie wird anonym beschimpft und gedemütigt. Als die Situation eskaliert, der Terror im Netz in körperliche Gewalt umschlägt, verzweifelt das Mädchen. Vicky sieht keinen Ausweg. Eines Tages ist sie verschwunden…

Kabarettistischer Leckerbissen

Am 24. März ab 20 Uhr ist einer der ganz Großen des deutschen Kabaretts zu Gast in der Neuen Bühne: Innerhalb der Reihe "Kabarett à la carte" präsentiert Arnulf Rating sein neues Programm "Ganz im Glück". Darin schöpft er aus den umfangreichen Patientenakten von Dr. Mabuse, in denen sich wie in einem Mikrokosmos alle Verwerfungen unserer Zeit spiegeln. Dr. Mabuse weiß, was viele seiner Patienten mit Burn-out-Syndrom in seine Praxis und in die Verzweiflung treibt...

Senftenberger Kurzfilmtage

"Leben am Fluss" ist das Motto der 6. Internationalen Senftenberger Kurzfilmtage, zu denen die Neue Bühne in Zusammenarbeit mit dem Klub der Videofilmer Senftenberg am 28. und 29. März einlädt. Filmemacher aus ganz Deutschland und Europa waren unterwegs und werden in einem ausgesuchten Filmprogramm von ihren Erlebnissen berichten und uns ihre Anschauungen vermitteln. Eine Jury mit internationaler Besetzung zeichnet nach einer öffentlichen Diskussion die besten Filme aus. Jeder Besucher kann seine eigene Wertung festhalten und mit der Meinung der Jury vergleichen. Wie immer werden die kleinen Kunstwerke Wissenswertes vermitteln, gut unterhalten und die Reiselust anstacheln.

Zugleich findet der 21. Deutsche Minutenwettbewerb statt. Darin steht die Kürze der Filme mit höchstens 60 Sekunden Dauer im Vordergrund und als Garant für überwiegend witzige Themen. Das Publikum entscheidet durch Handzeichen, welcher Film Minutenmeister wird.

Am Freitag, dem 28. März ab 16 Uhr, laufen die ersten Filme zum Thema "Leben am Fluss" im großen Saal der Neuen Bühne. Die Filmprojektion der Minutenfilme startet am Sonnabend ab 10 Uhr.