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Laubusch
Ein leidenschaftlicher Einsatz für die Schule

Günter Schmidt ist Ortsvorsteher in Laubusch und seit rund zwei Jahrzehnten in der Kommunalpolitik aktiv.
Günter Schmidt ist Ortsvorsteher in Laubusch und seit rund zwei Jahrzehnten in der Kommunalpolitik aktiv. FOTO: Anja Guhlan
Laubusch. Günter Schmidt ist in Laubusch eine Institution. Der 75 Jahre alte Ortsvorsteher kämpft aufopferungsvoll für seinen Ort. Die Schule am Markt hat es ihm besonders angetan. Nach rund 15 Jahren Dornröschenschlaf wird die einst „schönste Schule Schlesiens“ bald saniert - und bringt endlich wieder mehr Leben in die Ortsmitte. 2020 soll die Grundschule am Laubuscher Markt eröffnet werden. Dann will Schmidt noch Ortsvorsteher sein. Von Anja Guhlan

Günter Schmidt ist seit dem Jahr 1998 als Kommunalpolitiker tätig, nach seiner beruflichen Laufbahn. Sein stetes Ziel: Die Entwicklung Laubuschs voranbringen, denn Stillstand bringe niemandem etwas. Zu dieser Entwicklung gehört für den 75-Jährigen eine gute Infrastruktur und somit auch die Schule am Markt. „Wo Schule ist, sind Kinder. Da ist Leben und dann entwickelt sich auch die Infrastruktur“, sagt Günter Schmidt, der von 1949 bis 1957 selbst die Schule am Markt, die damals als Grundschule fungierte, besuchte. Als er im Jahr 1998 in die Kommunalpolitik zunächst als Gemeinderatsmitglied eingestiegen ist, war die Schule dann Oberschule. Jeden Tag belebten zahlreiche Schüler den Marktplatz. Für Schmidt ein wohlwollendes Bild. „Diese Schule, die im Jahr 1923 eröffnet wurde und einst als schönste Schule Schlesiens galt, muss genutzt werden“, so Schmidt.

Doch es kam anders: Die Mittelschule Laubusch, die zu diesem Zeitpunkt mit noch 148 Schüler aus den Klassenstufen sieben bis zehn besetzt gewesen ist, schloss offiziell zum Schuljahr 2004/2005.

Im Jahr 2004 wurde Schmidt zum Ortsvorsteher von Laubusch gewählt. Der Ort hatte sich im Jahr 2000 mit der Stadt Lauta verbunden und Schmidt vertrat seither Bürgerbelange im Stadtrat. Als Ortsvorsteher lag ihm die Schule am Markt am Herzen. Seine Traurigkeit zum Aus der Mittelschule hielt sich jedoch in Grenzen, denn es wurden bereits Gedanken ausgetauscht die Grundschule am Freibad in die Schule am Markt einziehen zu lassen. Diese Option ließ den Ortsvorsteher optimistisch in die Zukunft blicken. Als 2008 das Thema groß auf die Agenda gesetzt wurde, schöpfte Schmidt große Hoffnung. Doch die Idee ist relativ schnell wieder verworfen worden – aus finanziellen Gründen, wie es damals aus der Stadtverwaltung hieß. Der Investitionsbedarf sei zu hoch. Eine weitere Option zur Weiternutzung der Mittelschule war die Überlegung des Umzugs der Kindertagesstätte „Brüderchen und Schwesterchen“ in das Gebäude mit der Integration der Feuerwehr Laubusch. Jedoch befürwortete der Betreiber der Kita, die Awo, den damaligen Vorschlag nicht.

So stand die Schule jahrelang leer. „Ich hatte wirklich gehofft, dass in das leerstehende Gebäude die Grundschule einziehen würde. Als ich sah, wie dieses Gebäude langsam verfällt, stimmte es mich traurig“, so Schmidt.

Im Jahr 2011 fasste der Lautaer Stadtrat den Beschluss, das Schulgebäude zu verkaufen. Für Schmidt war das nie eine Option: „Der Verkauf ist nicht in meinem Sinne gewesen. Eine mögliche Umnutzung des Gebäudes wäre für mich nicht denkbar gewesen“, so Schmidt. Er verweist auf die einstigen Worte von Pfarrer Gerd Simmank: „Die Schule war eine Schule und muss auch eine Schule bleiben.“

Schmidt wollte nicht aufgeben. Während es für die leerstehende Schule keinerlei Bieter gab, kam er auf die Idee, den Märchenbrunnen im Gebäude wieder zu reaktivieren. Schmidt sammelte Spenden zur Wiederinbetriebnahme. Am 3. September 2011 nahm er den Brunnen feierlich wieder in Betrieb. Heute erinnert er sich gerne an diesen Tag. Regelmäßig gibt es seither Besucher oder ehemalige Schüler, die sich den Brunnen ansehen wollten. Für Schmidt ist der Märchenbrunnen stets ein Sinnbild für den Ruf an die Bürgerschaft gewesen, die Schule am Markt zu erhalten.

Im Jahr 2015, mit der Neuwahl Frank Lehmanns zum Bürgermeister Lautas, war das Thema Schule am Markt wieder auf dem Tisch. Lehmann setzte sich ebenso wie Günter Schmidt für die Schule ein. Das gefiel dem Ortsvorsteher, der aus seiner Sicht zuvor recht wenig Unterstützung von der Stadt erhalten hatte. Dann folgte alles Schlag auf Schlag: 2016 fällt in Lauta die Entscheidung für zwei Grundschulstandorte. Die Laubuscher Schule am Markt soll gemeinsam mit der Gemeinde Elsterheide saniert werden und ab 2020 als Grundschule fungieren. Im März dieses Jahres kommt die Fördermittel-Bestätigung. „Ich bin überglücklich und vor allem dankbar. Denn viele haben zu der jetzigen Situation viel beigetragen. Sowohl die Stadtverwaltung, der Stadtrat, die Gemeinde Elsterheide als auch Fördermittelgeber“, so Schmidt, der nun hofft, dass die Schule saniert im Jahr 2020 an die Stadt  übergeben werden kann. „Diese Schule sollte in Zukunft wieder zur schönsten Schule werden. Nicht von Schlesien, aber vielleicht von Sachsen“, sagt Schmidt und schmunzelt.

Den Prozess der Sanierung will Schmidt als Ortsvorsteher miterleben. Deshalb will er sich im Jahr 2019 nochmal zur Wahl aufstellen lassen, wenn es seine Gesundheit zulässt. Jedoch wird das die definitiv die letzte Wahlperiode für ihn sein. „Ich bin im Jahr 2018 nun zwanzig Jahre in der Kommunalpolitik. Das ist schon eine verdammt lange Zeit, aber wie man an der Schule am Markt sehen kann, kann sich diese Arbeit am Ende auch lohnen.“