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| 15:15 Uhr

Virtuelle Liebe
Die Suche nach der Blume zwischen all dem Unkraut

Saskia Fürst und Silvio Krautschick haben sich ein Haus in Lauta Dorf gekauft. Nur dank einer Flirt-App haben sie sich gefunden.
Saskia Fürst und Silvio Krautschick haben sich ein Haus in Lauta Dorf gekauft. Nur dank einer Flirt-App haben sie sich gefunden. FOTO: Saskia Fürst
Lauta Dorf. Am Dienstag ist „Tag der virtuellen Liebe“ gewesen. Die RUNDSCHAU stellt Paare vor, die sich dank Internet kennengelernt haben. Von Anja Hummel

„Was habe ich schon zu verlieren“, dachte sich die damals 18-jährige Saskia Fürst. Also meldete sich die Single-Frau kurzerhand bei der Flirt-App „Lovoo“ an. Ihr Ziel: den Partner fürs Leben finden. „Im realen Leben habe ich nie wirklich passende Männer kennengelernt und ich war auch nicht so der Partygänger“, blickt sie zurück ins Jahr 2015. Ein Jahr lang war sie bei „Lovoo“ angemeldet, bis sie von einem echten „Schmuckstück“, wie sie sagt, angeschrieben wurde. Silvio heißt der Glückliche, der beim Anblick von Saskias Foto dachte: „Die ist eigentlich gar nicht meine Liga.“ Trotzdem hat er sich getraut. „Er hat mir einen langen Text geschrieben, ganz ohne Fehler“, schmunzelt sie und schüttelt mit dem Kopf, wenn sie an all die Nachrichten anderer Single-Männer denkt. Vulgärer Ausdruck und unanständige Bild waren leider keine Seltenheit.

Fast drei Wochen haben Saskia und Silvio geschrieben, bis es zum ersten Treffen kam. Sie wohnte in Bernsdorf, er in Hoyerswerda. „Er kam nach der Arbeit zu mir und wir haben uns einfach auf eine Bank in den Park gesetzt“, erinnert sich Saskia. Und wie war der Moment der ersten Begegnung? Während der 28-jährige Silvio dachte wie „zuckersüß“ sein Date doch sei und ihr Anblick ihm die Sprache verschlug, hat sich die aufgeregte Saskia sofort in seine blauen Augen verliebt. „Sie hat viel geredet, es hat einfach gleich gefunkt“, sagt Silvio, der die Flirt-App nach dem Kennenlernen direkt vom Handy löschte. Einen Monat später waren sie offiziell ein Paar. Doch recht schnell ging es bei ihnen zu, resümieren sie im Nachhinein.

„Wir erzählen anderen ganz offen, dass wir uns online kennengelernt haben“, so Saskia, die daraufhin immer wieder ein erstauntes „Echt, das funktioniert?“ zu hören bekommt. Und wie das funktioniert. „Na klar ist auch viel Unkraut dabei, aber zwischendurch wächst auch mal eine Blume“, sagt Silvio, der ein ganzes Jahr auf der Suche war, bevor er seine „Rose“ fand. Das ist nun dreieinhalb Jahre her. Mittlerweile haben sie sich ein Haus in Lauta Dorf gekauft, sich zwei Hunde zugelegt und, sagt Saskia gerade heraus im Beisein von Silvio, „bald hätte ich auch gerne mal einen Ring am Finger“.