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| 01:01 Uhr

Ein Hauch von Südstaaten in Hoyerswerda

HOYERSWERDA.. Es müssen nicht immer die großen Locations sein. Für ein kleines, aber feines Gastspiel mit den Perlen aus Blues, Swing und Soul hatte sich Big Joe Stolle, ehemals Frontmann der „Zenit Blues Band“ , den Irish Pub „Black Raven“ in Hoyerswerda ausgesucht. Claudia Löwe

Die wahren Fans von Blues und Swing ließen sich auch von der konkurrierenden Kneipentour nicht vom Musikgenuss abhalten. Der Gastraum des Pubs war fast voll besetzt.
Mit den Größen des Soul und Blues verbindet Big Joe neben den stimmlichen Qualitäten vor allem die Gelassenheit. Der Konzertbeginn verzögerte sich um ein paar Minuten und zwischen den Sets fand er genug Zeit für einen Drink.
Zur Begrüßung des Publikums röhrte Big Joe ein „Yeah“ ins Mikrofon. Für den Rest des Abends sollte sich der Berliner Musiker, der mehr als 30 Jahre Bühnenerfahrung vorweisen kann, jedoch weniger einsilbig zeigen. Mit seinem Begleitgitarristen ließ Big Joe, der eigentlich Eberhard Stolle heißt, Musiklegenden wiederaufleben. Die meisten Musiker, die den Blues aus den amerikanischen Südstaaten salonfähig machten, sind bereits verstorben, aber Big Joe Stolle ließ ihre Musik für diejenigen wieder lebendig werden, denen es nicht vergönnt war, die Altmeister zu Lebzeiten live zu hören.
Doch nicht nur auf den Saiten seiner elektronisch ver stärkten Gitarre, auch auf der Mundharmonika ist das musikalische Schwergewicht bewandert und rundet so den Sound perfekt ab. Hätte man Big Joe nicht vor Augen, könnte man meinen, einen waschechten Bluesman vom Mississippi singen zu hören. In den Siebzigern studierte Big Joe an der Leipziger Musikhochschule und legte so ein Fundament für seine weitere musikalische Laufbahn, die in als Sänger zu verschiedenen Bands führte. Seit den 60er-Jahren hat sich der Berliner dem Swing und dem Boogie verschrieben, und seine Leidenschaft für diese Musik spürt man in jedem Song. Ob er nun Klassiker von Tom Butterfield, Santana oder B.B. King mit seiner markanten Stimme ins Mikrofon röhrt, der Applaus ist ihm gewiss. Auch bekannte Titel wie „Georgia on my mind“ , „Stand by me“ oder „Sitting on the dock of the bay“ durften nicht fehlen und ließ die Gäste im Takt mitwippen.