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Frauenchor
Ein Frauenchor im Stimmwechsel

Üben, üben und nochmals üben: Einige der 33 aktiven Sängerinnen des Frauenchores „Musica Viva“ haben zum Anfang des Jahres ihre Stimmlagen gewechselt, um das stimmliche Gleichgewicht nach Mitgliederabgängen im Chor wieder herzustellen.
Üben, üben und nochmals üben: Einige der 33 aktiven Sängerinnen des Frauenchores „Musica Viva“ haben zum Anfang des Jahres ihre Stimmlagen gewechselt, um das stimmliche Gleichgewicht nach Mitgliederabgängen im Chor wieder herzustellen. FOTO: Anja Guhlan
Lauta. Des Ensemble „Musica Viva“ aus Lauta-Torno orientiert sich stimmlich neu. Das nächste Konzert ist erst für den Advent geplant. Also ist jetzt die beste Zeit für Neueinsteiger. Von Anja Guhlan

Der Frauenchor „Musica Viva“ singt überwiegend vierstimmig und das vortrefflich. Dabei haben die Sängerinnen stets selbst allergrößtes Vergnügen. Doch von den einst nahezu 40 Frauen des 1993 gegründeten Ensembles, sind seit Januar nur noch 33 Aktive dabei. „Wir hatten Ende des letzten Jahres etwa sechs Abgänge hinnehmen müssen. Darunter einige Frauen, die sich eine Pause gewünscht haben“, erklärt Vereinsvorsitzende Regine Linke, die dem Chor schon viele Jahre angehört.

Das größte Manko ist die Zeit. „Das Chorleben bringt zeitliche Anforderungen mit sich, denen ich persönlich nicht mehr gerecht werden kann“, bedauert Birgit Plass. Die 55-Jährige hat immer gerne in dem Chor gesungen, der schon zahlreiche Preise entgegennehmen durfte und im Jahr 2013 sogar den MDR-Chorwettbewerb gewann. Aber irgendwann wurde es Birgit Plass mit den Proben und den Auftritten einfach zu viel.

Der Austritt oder die Pause einiger Mitglieder hinterlässt stimmliche Wunden. Erster und zweiter Sopran sowie erste und zweite Alt-Stimme sollten stets im Gleichgewicht sein. Das waren sie nun nicht mehr. „Unser Chor entschied sich daher gemeinsam mit dem Chorleiter Lothar Kusche für eine Umstrukturierung der Stimmlagen“, erklärt Regine Linke. Singübungen und eine Überprüfung der Stimmlage bei jedem einzelnen Mitglied wurden mit Lothar Kusche durchgeführt. Er hat entschieden, welche Frauen künftig die Stimmlage wechseln werden.

So wechselte zum Beispiel Gisela Fenner im dreistimmigen Gesang vom zweiten Sopran in die erste Alt-Stimme. „Das ist eine Herausforderung. Ich muss jetzt nicht nur neue Lieder lernen, sondern auch die neue Stimmlage trainieren und mich an den neuen Platz gewöhnen. Mit ausreichend Konzentration klappt das jedoch“, erzählt die 71-Jährige, die mit Begeisterung dabei ist. Einige der Sängerinnen mussten in den sauren Apfel beißen, um das stimmliche Gleichgewicht wieder herzustellen. „Auf der anderen Seite verändern sich Stimmen aber im entsprechenden Lebensalter auch“, sagt Gisela Fenner. Mit dem Wechsel zur Alt-Stimme kann sie sich daher gut arrangieren.

Nun bricht jedoch eine Zeit an, wo aufgrund der Stimmwechsel viel geübt und geprobt werden muss, damit sich jeder mit seiner neuen Stimmlage zurecht findet. „Wir verzichten daher erst einmal auf Auftritte. Unser nächster wird das Adventskonzert sein, für das wir die Lieder bereits ab Sommer einstudieren werden“, erklärt Regine Linke.

Eine gute und günstige Gelegenheit selbst Mitglied zu werden, meint der Chor. „Auf der Suche nach neuen Mitstreitern sind wir immer“, so Regine Linke, die das Durchschnittsalter des Chores auf 57 Jahre benennt. Jeder, der Lust auf Singen hat, kann fortan jeden Donnerstag von 19.30 bis 21.30 Uhr in die Proben in der Aula der  Hans-Coppi-Grundschule in der Lautaer Hans-Sachs-Straße „schnuppern“ und sich anstecken lassen.

Bei der der jüngsten Probe ließ sich die junge Referendarin der Coppi-Grundschule darauf ein:  „Ich fühle mich hier gut aufgehoben. Der Chor ist offen für Neuzugänge. Der erste Eindruck ist gut, obwohl stimmlich noch viel Neues dabei ist,“ schildert Hanna Klöber ihren ersten Eindruck.

Regine Linke hofft für das Jahr 2018 auf noch weitere Interessierte und Zugänge, damit der Frauenchor um den Advent herum wieder stimmlich gut aufgestellt und in bester Klangqualität neben klassischen Kompositionen von Schumann, Schubert und Brahms auch deutsche Volkslieder in alten und modernen Sätzen zum Besten geben kann. Das in der Regel abwechslungsreiche Programm wird ab und an ergänzt durch Lieder in verschiedenen Sprachen, Gospels oder Spirituals.