"Ich habe schon immer ein Faible für Musik", erinnert sich Paul Gerasch. Bereits als Sechsjähriger habe er leidenschaftlich gern Musik gehört, Songtexte notiert und später übersetzt. Als er schließlich zehn Jahre alt war, hat er sich die DJ-Kunst bei seinem zehn Jahre älteren Bruder Tony abgeguckt, der in Berliner Clubs auflegte und heute Manager einer Dresdener Band ist. Seitdem hat sich Paul Gerasch intensiv damit befasst. Seit zwei Jahren sorgt der heute 15-Jährige bei verschiedenen Veranstaltungen für die Musik - vorwiegend am Wochenende. Aber: "Zwei Tage ohne Musik das geht gar nicht." Wenn er selbst auf Partys ist, beobachtet er den anwesenden DJ stets. "Dann fängt auch schon dieses Kribbeln in den Fingern an. "

Paul Gerasch, der in Lauta-Dorf wohnt, liebt es, für andere Menschen Musik aufzulegen. Er wolle bei jeder Veranstaltung die Gäste so mit der Musik zufriedenzustellen, dass sie es genießen zu feiern, sagt der 15-Jährige. Sein Repertoire umfasst etwa 200 000 Songs. "Im Prinzip kann ich alles abspielen, was sich die Gäste wünschen - angefangen bei der Schlagermusik, über Hip-Hop und Techno bis hin zu aktueller Chartmusik." Er selbst hört am liebsten Chartmusik und zunehmend auch Stücke aus den 1980er- und 1990er-Jahren. "Die Kunst dabei ist, auch mal das abzuspielen, was man selbst nicht hört. Als DJ bekomme ich irgendwann ein Gefühl dafür, was die Gäste gerade hören wollen", so Paul Gerasch.

Wenn er auflegt, bekommt der 15-Jährige einen "totalen Adrenalinkick". Er liebt das Auflegen bei Discos, Jugendweihen, Hochzeiten oder Geburtstagspartys - bei denen er stets von seinem Vater als erziehungsberechtigte Person begleitet wird. Seine bisher bedeutendste Veranstaltung fand im vergangenen Jahr im Snowtropolis in Senftenberg statt, wo er vor rund 200 Leuten aufgelegt hat. Seine Freunde und Mitschüler beneiden ihn manchmal um dieses Hobby.

"Jede Veranstaltung ist anders und sehr individuell", so Paul Gerasch. Doch die Schule habe etwas darunter gelitten, gibt er zu. Der Lessing-Gymnasiast will versuchen, den Spagat zwischen Schule und DJ besser hinzubekommen. Denn die DJ-Kunst soll für ihn nur ein Hobby bleiben. Beruflich will er in der Automobilbranche Fuß fassen, dazu braucht er einen guten Abschluss.

Dann spricht er wieder von der Musik, den Veränderungen in der DJ-Szene und der immer fortschreitenden Technik. Nur ein Hobby eben.