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| 18:15 Uhr

Hoyerswerda
Ein Denkmal für die „Brigade Feuerstein“

Elke Förster und Werner Schickor gehörten einst zur „Brigade Feuerstein“ um Gerhard Gundermann. Sie freuen sich, die Erinnerungstafel am einstigen Wirkungsort enthüllen zu können. Vor 40 Jahren wurden die Feuersteine gegründet.
Elke Förster und Werner Schickor gehörten einst zur „Brigade Feuerstein“ um Gerhard Gundermann. Sie freuen sich, die Erinnerungstafel am einstigen Wirkungsort enthüllen zu können. Vor 40 Jahren wurden die Feuersteine gegründet. FOTO: LR / Catrin Würz
Hoyerswerda. Eine Erinnerungstafel weist ab sofort am Jugendklubhaus „Ossi“ darauf hin, wo die Singe- und Theatertruppe von Gerhard Gundermann einst wirkte. Ein Stück Stadtgeschichte wird hier sichtbar. Von Catrin Würz

In wenigen Tagen ist es genau 20 Jahre her, dass Gerhard „Gundi“ Gundermann - der Liedermacher, Rockpoet, Theaterstückschreiber und Querdenker aus Hoyerswerda - plötzlich aus dem Leben schied. Zu seinem 20. Todestag hat die Kulturfabrik Hoyerswerda das Kufa-Gundermann-Jahr ausgerufen und erinnert schon seit ein paar Monaten mit ganz verschiedenen Veranstaltungen und Konzerten an den Musiker, dessen Lieder, Texte und Geschichten über all die Jahre lebendig und aktuell geblieben sind. Mehr noch: Gerhard Gundermann gilt heute inzwischen auch bei jungen Liedermachern als einer der wichtigsten Vertreter der Liedkunst in Deutschland. Sein Leben als streitbarer und unangepasster Künstler wurde von einem der bekanntesten deutschen Regisseure verfilmt und kommt im August als Spielfilm in die Kinos.

Um so unerträglicher ist es für viele Weggefährten und Freunde der Gundermann-Musik, dass in Gundis Heimat Hoyerswerda selbst bislang kein öffentlicher Platz an ihn erinnert. „Dagegen mussten wir einfach etwas tun“, sagt Kufa-Geschäftsführer Uwe Proksch. Nicht nur Hoyerswerdaer, sondern zunehmend auch Gäste der Stadt und Gundi-Fans aus ganz Deutschland wollen sich vor Ort über Gundermann informieren und seinem Geist nachspüren.

So wird die Kulturfabrik also am 21. Juni die neue „Gundermanns Schaltzentrale“ in Betrieb nehmen. Im Bürgerzentrum in der Altstadt wird im offenen Bereich des Foyers künftig ein multimedialer Info-Terminal mit Musik, Videos, Texten und Fotos von und über Gerhard Gundermann „eingeschaltet“.

Und seit gestern gibt es noch einen weiteren Gedenkort in Hoyerswerda: Im Jugendklubhaus „Ossi“ deutet ab sofort eine Erinnerungstafel darauf hin, dass dieses Gebäude einst die Wirkungs- und Heimstätte der legendären „Brigade Feuerstein“ war. Die Feuersteins waren die Singe- und Theatertruppe, die Gerhard Gundermann formte und mit der er erste beachtliche kreative Musik- und Theaterprojekte realisierte. 1978, vor genau 40 Jahren, gründete sich die Gruppe, die bis 1989 einige großartige und zugleich mutige Theaterstücke auf die Bühne brachte. In einem Anbau des Jugendklubhauses nutzte die Laiengruppe einen Probenraum, der später als FMP-Klub (Feuersteins Musikpalast) auch Veranstaltungsort für Liedermacher-Konzerte war. „Teils mit Künstlern wie Stephan Krawczyk und Bettina Wegner, die in der DDR Auftrittsverbot hatten“, erinnert sich Reinhard Ständer.

Damit all diese Geschichten nicht verloren gehen, soll nun die neue Tafel mit einem Zitat aus Gundermanns Hoywoy-Lied auf den historischen Ort hinweisen.  Uwe Proksch: „Wir wollen, dass junge Menschen sich fragen: Brigade Feuerstein und Gerhard Gundermann - was war das denn, wer war das denn?“ Elke Förster, die Mitglied der „Brigade Feuerstein“ war, freut sich über diese Ini­tiative der Kufa. „Gundermann und die Feuersteine sind ein wichtiges Stück Geschichte dieser Stadt. Wir haben mit unserer Musik auch manches Nachdenken  angeregt.“