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| 18:57 Uhr

Polizeischule
Ein Campus für 15 Millionen Euro

In der Polizeischule werden die angehenden Kommissarinnen und Kommissare auch in der Spurensicherung unterwiesen.
In der Polizeischule werden die angehenden Kommissarinnen und Kommissare auch in der Spurensicherung unterwiesen. FOTO: Uwe Menschner
Bautzen. 2019 erfolgt der scharfe Start für die Erweiterung der Polizeischule Bautzen. Von Uwe Menschner

Im Jahr 2019 soll die Neubauphase im Rahmen der Modernisierung und Erweiterung der Bautzener Polizeischule beginnen. Darauf legt sich jetzt zumindest das sächsische Finanzministerium als übergeordnete Behörde der Bauverwaltung fest. Doch im Bestand gebaut wird schon seit 2017: „Es handelt sich dabei um vorgezogene Bauarbeiten im Umfang von knapp 900 000 Euro, die 2018 abgeschlossen werden. Dazu zählen die Erneuerung der Medientechnik im Hörsaal sowie die Herrichtung von Lehrräumen“, erklärt ein Sprecher des Ministeriums.

Dies allerdings sind lediglich Peanuts im Vergleich zu dem, was ab 2019 folgen soll. 15 Millionen Euro will der Freistaat Sachsen in den umfassenden Ausbau der Lehranstalt, die eine Außenstelle der sächsischen Polizeihochschule mit Hauptsitz in Rothenburg/OL bildet, stecken. Für den Bautzener Landtagsabgeordneten Marko Schiemann (CDU), der sich bereits seit Jahren für dieses Vorhaben starkmacht, gut angelegtes Geld: „Wir müssen die Grundlage für eine moderne Polizei schaffen. Unsere Polizisten sind heutzutage ganz anderen Gefährdungen und Herausforderungen ausgesetzt als vor 20 Jahren.“

So lange ist ungefähr die letzte Teilmodernisierung her, die der Freistaat seinem Aus- und Fortbildungsinstitut gönnte. Entsprechend stellen sich auch die Bedingungen dar: „Die Ausbildung findet unter sehr beengten räumlichen Bedingungen statt. Dies umso mehr angesichts der absehbar steigenden Studentenzahlen in den nächsten Jahren“, hatte Rektor Harald Kogel bereits vor einem Jahr erklärt. Und Standortleiter Manfred Weißbach hatte ergänzt: „Für das Schießtraining nutzen wir unter anderem Anlagen in Kamenz, Dresden und Pirna, für das Training mit Langwaffen müssen wir sogar bis nach Heyda bei Riesa fahren.“ Der Sportunterricht findet hauptsächlich in angemieteten Hallen in der Stadt statt, auf dem Gelände selbst gibt es lediglich eine kleine Judohalle.

Doch immerhin hat der Standort Bautzen einen Vorteil gegenüber dem Hauptsitz Rothenburg, für den es ebenfalls Erweiterungspläne gibt: „Hier verfügen wir über eine große zentrale Freifläche, die gute Möglichkeiten für die Neugestaltung bietet“, erklärt der Bautzener Niederlassungsleiter des Sächsischen Immobilien- und Baumanagementes (SIB), Norbert Seibt. Folgerichtig soll sich der Großteil der geplanten Bauarbeiten auf diesem Areal abspielen: Hier plant der Freistaat einen Campus mit Sporthalle, Raumschießanlage und „Handlungsräumen“ – also Räumlichkeiten, in denen die jungen Beamten bestimmte Einsatzszenarien üben können.

Darüber hinaus sind eine neue Mensa und zusätzliche Unterkünfte vorgesehen. Dies alles bildet den zweiten Bauabschnitt, der 2019 beginnen soll. In der Folgezeit bis 2022 ist noch vorgesehen die bestehenden Verwaltungs-, Unterkunfts- und Lehrgebäude zu sanieren und die Außenanlagen neu zu gestalten.

Wenn alles fertig ist, bietet die Bautzener Polizeischule ausreichend Platz und gute Bedingungen für die Aus- und Fortbildung von jährlich 275 Beamten sowie für die Autobahnpolizei und die Kriminalaußenstelle der Polizeidirektion Görlitz, die ebenfalls hier neue Domizile erhalten sollen. Für Marko Schiemann der lohnende Abschluss eines jahrelangen Kampfes: „Schließlich gab es mehrere Versuche, Bautzen als Hochschulstandort zu streichen.“ Stattdessen sei die Zukunft der Einrichtung nunmehr sicherer denn je.