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| 18:21 Uhr

Hoyerswerda
Ein Bogen zwischen Vergangenheit und Gegenwart

Olaf Dominick (vorn) und OB Stefan Skora legten einen Kranz nieder.
Olaf Dominick (vorn) und OB Stefan Skora legten einen Kranz nieder. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Beim Volkstrauertag in Hoyerswerda wurden nicht nur Kränze niedergelegt, sondern auch mahnende Worte gesagt. Von Katrin Demczenko

Der Stadtverband Hoyerswerda des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge hatte zum diesjährigen Volkstrauertag wieder zur Kranzniederlegung an die Kriegsgräberstätten am Ehrenhain eingeladen. Zur Kranzniederlegung kamen Oberbürgermeister Stefan Skora, Vertreter der Stadtverwaltung, verschiedener Stadtratsfraktionen und Frank Hirche MdL, Mitglieder des VdK Sozialverband Sachsen und anderer Verbände, die sich in Hoyerswerda für Opfer von Krieg und Vertreibung einsetzen.

OB Skora erinnerte in seiner Gedenkrede an Millionen Tote und Heimatvertriebene, die direkten Folgen beider Weltkriege. Er gedachte Menschen, die nur weil sie behindert waren, einer anderen Religion oder Volksgruppe angehörten, in der Nazizeit umgebracht wurden und schlug den Bogen zur Gegenwart. Heute weltweit tobende militärische Konflikte zwingen viele Menschen zur Flucht, auch nach Europa, und Bundeswehrsoldaten sterben bei Friedensmissionen in Kriegsregionen.

Diesem Leid kann sich nur die Versöhnung über den Gräbern und die Arbeit für den Frieden entgegen stellen, die der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge seit seinem Bestehen 1922 leistet, betonte Superintendent i.R. Friedhart Vogel. Das sinnlose Sterben im Ersten Weltkrieg endete 1918 und kaum 20 Jahre später brannten zur Reichspogromnacht Synagogen und Geschäfte jüdischer Bewohner. Der Zweite Weltkrieg folgte mit viel Leid, Flucht und Vertreibung und danach bis jetzt die längste Friedensperiode in Europa. „Doch heute gibt es wieder Antisemitismus“, warnte Superintendent i.R. Friedhart Vogel und nannte die Kriegsgräberstätten „die Prediger des Friedens“.

Ein friedliches Leben sollen auch die Kinder und Enkel noch haben, „aber Friede kann nur wachsen, wenn wir das Gute in uns wirken lassen“, sagte der Zwölftklässler der Christlichen Schule Johanneum Leon Eckelmann auf der Veranstaltung.

Jeder Einzelne kann also etwas tun, nämlich anderen Menschen zuhören, niemanden ausgrenzen und jedem respektvoll begegnen, war das Fazit der Veranstaltung.

Olaf Dominick (vorn) und OB Stefan Skora legten einen Kranz nieder.
Olaf Dominick (vorn) und OB Stefan Skora legten einen Kranz nieder. FOTO: Katrin Demczenko