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| 16:21 Uhr

Neue Palliativstation am Klinikum Hoyerswerda
Ein besonderes Stück Zuhause

 Dipl.-Med. Michaela Stöckel (Mitte) zeigt eines der neuen Zimmer der Palliativstation im Lausitzer Seenland Klinikum Hoyerswerda. Links: die stellvertretende Stationsschwester Katrin Schmidt. Rechts: Alexander Retschke, Leiter Technik im Klinikum.
Dipl.-Med. Michaela Stöckel (Mitte) zeigt eines der neuen Zimmer der Palliativstation im Lausitzer Seenland Klinikum Hoyerswerda. Links: die stellvertretende Stationsschwester Katrin Schmidt. Rechts: Alexander Retschke, Leiter Technik im Klinikum. FOTO: Medienhaus Lausitzer Rundschau
Hoyerswerda. Palliativmedizin ist eine Besonderheit im Krankenhausalltag. Deshalb wird die neue Palliativstation im Klinikum bewusst anders. Von Sascha Klein

Die neue Station im Hoyerswerdaer Seenland Klinikum wird eine ganz besondere. Denn dort finden diejenigen einen Platz, die wissen, dass sie in absehbarer Zeit sterben müssen. Es ist die neue Palliativstation. Weil es eine besondere Station ist, unterscheidet sie sich in vielen Details von anderen im Haus. Eine Besonderheit: die Gestaltung. „Wir wollten ein wenig eine wohnliche Atmosphäre schaffen“, sagt Michaela Stöckel, Chefärztin für Geriatrie und Palliativmedizin am Klinikum. Es soll eine Art Zuhause auf Zeit sein. Sie geht in eines der sechs Patientenzimmer. Es ist hell und freundlich. Das Bad ist groß und könnte auch Teil einer Wohnung sein. Ein weiteres Detail: Im Nachtschrank ist ein Kühlschrank.

Die Palliativstation ist in den vergangenen acht Monaten komplett neu aufgebaut worden. Das Klinikum hat rund 1,32 Millionen Euro darin investiert, sagt Klinikum-Sprecher Gernot Schweitzer. Rund 1,043 Millionen Euro stammen aus Fördermitteln des Freistaats Sachsen. Die Station hat sechs Patientenbetten. Zum Vergleich: Normalstationen haben zwischen 20 und 22 Betten, die Geriatrie sogar mehr als 30. Auch da ist die Palliativstation wieder besonders: Auf dieser Station gibt es viele Funktionsräume, unter anderem für Physio- und Ergotherapeuten, aber auch Psychologen. In einem Raum steht eine große Wellness-Badewanne mit Lichteffekt.

Zurück im Patientenzimmer: Alexander Retschke geht zum großen Schrank an einer Seite des Zimmers. Dort befindet sich in geringer Höhe ein Knopf. Der Leiter Technik im Klinikum drückt darauf. Surrend fährt sich Stück für Stück ein Gästebett aus dem Schrank. Dort können Angehörige künftig schlafen, um nah bei ihren Lieben zu sein. Das ist ein Novum im Klinikum. Bislang konnten Angehörige auf Ruheliegen schon im Notfall mit im Patientenzimmer übernachten. Jetzt kann das in den speziellen sechs Räumen Normalität werden. Per Knopfdruck kann das Bett so auch wieder in den Schrank zurückgefahren werden.

 Technik-Leiter Alexander Retschke zeigt das mobile Bett für Angehörige. Am Klinikum gibt es Palliativmedizin seit dem Jahr 2012.
Technik-Leiter Alexander Retschke zeigt das mobile Bett für Angehörige. Am Klinikum gibt es Palliativmedizin seit dem Jahr 2012. FOTO: Medienhaus Lausitzer Rundschau

Auf eine Sache legt Chefärztin Michaela Stöckel besonderen Wert: Die Palliativ- ist keine Sterbestation. Natürlich würden dort Menschen mit einer unheilbaren Krankheit einziehen. Das bedeute jedoch nicht, dass sie dort auch ihre letzten Tage verbringen. Etliche würden eine gewisse Zeit behandelt und wieder entlassen. Es komme aber auch vor, sagt Michaela Stöckel, dass Menschen dort versterben. Mit einem Hospiz sei das jedoch nicht zu vergleichen. Es gehe darum, sagt die Medizinerin, den Patienten wie deren Angehörigen zu helfen. Ziel sei, Leiden zu lindern. „Die Palliativmedizin hat gute Möglichkeiten, diese Leiden erträglich zu gestalten“, so die Chefärztin. Vor allem gehe es um Schmerzen.

Für alle Interessierten gibt es am kommenden Montag, 14. Januar, die Möglichkeit, die Palliativstation vor der Einweihung anzusehen. Zwischen 17 und 18 Uhr führen Chefärztin Michaela Stöckel und Pflegebereichsleiterin Diana Witschaß durch die Station. Zu erreichen ist die neue Palliativstation über den Eingang nahe der Hoy-Reha (Ostflügel des Klinikums).