"Ein Glühbirnenkonzert, ein Tanz auf dem Meer, ein Stück für zwei Stimmen und zehn Tage. Zeit- und Raumimaginationen gelangen über Zeichnung und Schrift auf das Papier", erklärt Lisa-Rike Birkholz das Werden ihrer Werke. "Ausfranzungen, Übergänge, Tranformationen. Wann, wie und unter welchen Bedingungen werden bestimmte alltägliche Prozesse zu künstlerischen?", fragt Gregor Kasper in seinen Arbeiten. "Meine Arbeiten entstehen oft intuitiv, pendeln zwischen abstrakter und figürlicher Formensprache und ergründen unter anderem metaphysische Prozesse, Emotionen, Erinnerungen, Zeit", erklärt Denis Mähne seinen Schaffensprozess. Die drei Berliner Kunststudenten stellen seit Mittwoch in der Kulturfabrik ihre Werke aus.

Als Gregor Kasper im Zuge der Ausstellungseröffnung ankündigte, mit "so einer Art Videoschnipselperformancevorstellung" eine Ahnung von den Gestaltungsmöglichkeiten einer Vernissage geben zu wollen, entwickelten die Besucher den Argwohn, das sich ihnen in Kürze selbige verstörende Interaktion aufdrängen würde, wie sie solche auf den Leinwänden beobachten konnten. Als Kasper die Anwesenden ihre auf Geheiß der Einladung mitgebrachten Behältnisse mitten in den Raum stellen ließ und das Kunstprojekt von Yoko Ono beschrieb, die einst durch das Befüllen solch verschiedener Formen mit Wasser quasi-existente Skulpturen erschuf, warteten die Besucher umsonst auf die schlüssige Aktion. Als auf den Videobildern das selbsttätige Verfließen großzügig aufgetragener Farbkleckse in unvorhersehbaren Linien gezeigt und aufwendig beschrieben wurde, war ersichtlich, dass an diesem Ort und an diesem Abend nichts so kommen würde, wie man es hätte vermuten dürfen.

Und als Gregor Kasper emotionslos mitteilte "Die Ausstellung ist jetzt eröffnet", waren das Erstaunen fühlbar und die Botschaft klar. Alles wäre möglich gewesen, nichts ist passiert. Mitunter überrascht den Erwartenden ein unvermittelter Schlusspunkt. Weiteres wird verhindert oder als beständige Möglichkeit verschoben. Den Menschen beherrscht der Gedanke, dass da doch sicher noch mehr kommen würde? In diesem Sinne nahmen die Gäste gemeinsam mit den Künstlern noch ein Gläschen Sekt.