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Ein 50 Jahre lang erprobtes Rezept

Der frühere Direktor der Musikschule Hoyerswerda, Helmut Hammer (l.), und Ute Zschieschang von der Stadtverwaltung haben gemeinsam mit Wolfgang Berger, dem Leiter des Städtischen Chores Hoyerswerda, die Musikfesttage vor 50 Jahren ins Leben gerufen.
Der frühere Direktor der Musikschule Hoyerswerda, Helmut Hammer (l.), und Ute Zschieschang von der Stadtverwaltung haben gemeinsam mit Wolfgang Berger, dem Leiter des Städtischen Chores Hoyerswerda, die Musikfesttage vor 50 Jahren ins Leben gerufen. FOTO: S. Bartholome
Hoyerswerda. Mit insgesamt 14 Konzerten gehen die Musikfesttage Hoyerswerda in ihrem Jubiläumsjahr am Sonntag an den Start. Die Mischung aus jungen Künstlern und Berufsmusikern ist auch heute noch das Erfolgsrezept. Sophie Bartholome

Vorsichtig blättert Helmut Hammer in dem ersten Programmheft der Musikfesttage aus dem Jahr 1966. Eröffnet wurde die Premiere mit einem gemeinsamen Konzert des Städtischen Chores Hoyerswerda und dem Orchester der Werktätigen in der Kultur- und Sporthalle "Alfred Scholz". Der einstige Direktor der Musikschule Hoyerswerda ist stolz auf die Erfolgsgeschichte, die das Musikfestival hingelegt hat. Nicht die Organisation der vier Konzerte zur ersten Auflage sei eine Herausforderung gewesen, sondern es war eher die, Menschen zu finden, die mehrere Tage hintereinander klassische Konzerte besuchen wollen. "In den 60er-Jahren sind die Leute hierhergekommen, um Geld zu verdienen", sagt Helmut Hammer. Während sie tagsüber in Schwarze Pumpe arbeiteten, sei abends eher der Bierstammtisch angesagt gewesen. Zudem sei in der Anfangszeit versäumt worden, die Leute mit gezielten Angeboten aus den Wohnungen zu locken. Nicht nur Helmut Hammer, sondern auch Ute Zschieschang von der Stadtverwaltung und Wolfgang Berger gehören zu den Initiatoren der Hoyerswerdaer Musikfesttage. Letzterer war damals auf der Suche nach einem würdigen Anlass für das Premierenkonzert des Städtischen Chores und brachte so die Gespräche in Gang. Ohne Unterbrechung wurde seither gespielt. Zum Erfolgsrezept gehöre vor allem die Mischung aus jungen Künstlern und Berufsmusikern.

Helmut Hammer wünscht sich für die Jubiläumsauflage, dass noch mehr junge Leute im Publikum zu finden sind. Mit einem frischeren Aussehen der Programmhefte und mit Konzerten, die neugierig machen, sei die Lausitzhalle in diesem Jahr schon auf einem guten Weg, wie Projektleiterin Carmen Hoffmann findet. Sinfonie- und Solistenkonzerte, musikalische Entdeckungen, Shows, Heimatliches sowie Musik für Kinder prägen das diesjährige Programm. Akzente setzen Veranstaltungen wie "Musik und Malerei" oder "das besondere Instrument". Zudem gibt es wieder die Last-Minute-Tickets für Schüler, Studenten und Auszubildende - dieses Mal jedoch unter dem zeitgemäßeren Namen "Musikfesttage-Flatrate". Junge Leute können dabei für nur fünf Euro alle Konzerte besuchen. Wer sich noch Karten für die Show-Elemente "Sekt, Frack und Rock 'n' Roll" sowie die Berliner Band "?Shmaltz!" sichern will, muss schnell sein. Es sind nur noch Restkarten verfügbar.

Zum Thema:
Ein vielfältiges Programm erwartet die Gäste der Musikfesttage: 19.4.: Eröffnungskonzert Neue Lausitzer Philharmonie 21.4.: "Musik und Kunst" Bildhauer Jürgen von Woyski23.4.: Musik-Comedy "Sekt, Frack und Rock 'n' Roll"24.4.: Junge Künstler musizieren (Musikschule Hoyerswerda)26.4.: Duett U. Herkenhoff (Panflöte) und M. Keller (Orgel)28.4.: Berliner Band "?Shmaltz!"29.4.: Lausitzer Sagen, literarisch-musikalischer Abend1.5: "Das besondere Instrument"2.5.: Klassik-Show "Terwey's Visual Classic", Violine und Klavier3.5.: Liedermacher Gerhard Schöne6.5.: "Music from the land of midnight sun", Tuija Komi7.5.: Klavierabend mit Louis Schwizgebel 8.5.: Mozart-Serenade mit Weltstar Valery Oistrach10.5.: Abschlusskonzert mit dem Sinfonischen Orchester Hoyerswerda unter Leitung von Eva Meitner Mehr zum Programm auf www.musikfesttage-hoyerswerda.de