Vor über 20 Jahren hat Peter Wendland den Gasthof "Zur Erna" im Hoyerswerdaer Lindenweg übernommen. Nun wird der 57-Jährige schweren Herzens aufhören. Vermietet hat er seine Räume in den letzten Jahren hauptsächlich nur noch für Feiern und Veranstaltungen. Denn an ein À-la-carte-Geschäft war seit der Diagnose Zungenuntergrundkrebs vor etwa fünf Jahren gar nicht mehr zu denken. "Nur so konnte ich mir gemeinsam mit meiner Frau die Arbeit einteilen und meinen eigenen Rhythmus mit Pausen finden", erzählt Peter Wendland.

Nach seiner Operation im Jahr 2011 musste er das Sprechen völlig neu erlernen. Eine schwere und anstrengende Zeit für den 57-Jährigen. Die Anrufe für das Geschäft leitete er währenddessen an seine Frau weiter. Trotz seiner Krankheit hielt er aber stets am Gasthof fest.

Mittlerweile klappt die Verständigung wieder ganz gut. Dennoch wird der Geschäftsführer Ende März den Gasthof und die Pension an einen neuen Eigentümer übergeben. "Mehr als eine Veranstaltung pro Woche schaffe ich aus gesundheitlichen Gründen nicht", sagt er. Und gerade dort sei die Nachfrage hoch. Zudem will er seine Frau neben dem regulären Job in ihrer derzeitigen Doppelrolle entlasten.

Herzstück der Gaststätte ist die Scheune im Hof. Zahlreiche Veranstaltungen mit Livebands haben in den letzten Jahren dort stattgefunden. Genutzt werde die Pension wiederum häufig von Gästen bei Feierlichkeiten oder Angehörigen von Patienten im Seenland Klinikum. Dass immer mehr Seenland-Touristen verstärkt bei ihm nach einer Übernachtung anfragen, hat er in den letzten vier Jahren ebenfalls bemerkt. Bis 25. März können die Räume für Veranstaltungen bei ihm noch gebucht werden.

Der neue Eigentümer aus Hoyerswerda will nicht nur das Nebengebäude ausbauen und damit die Bettenanzahl in der Pension erhöhen, sondern auch den Gastraum auf Vordermann bringen, wie Peter Wendland erklärt. Eröffnet werden soll das Gasthaus mit neuem Konzept und neuem Namen. In den ersten Wochen werde Peter Wendland bei Bedarf mit Rat und Tat zur Seite stehen.