Am Ende ist die Entscheidung einstimmig gewesen: Professor Horst Zuse, Sohn von Computervater Konrad Zuse, erhält im Jahr 2020 die „Konrad-Zuse-Plakette“ der Stadt Hoyerswerda. Sie wird an Persönlichkeiten verliehen, die sich Verdienste bei der Pflege und Verbreitung des Erbes Konrad Zuses erworben haben.

Konrad Zuses Sohn Horst gehört eindeutig in diese Reihe. Der heute 74-Jährige widmet sich seit dem Tod des Vaters im Jahr 1995 dem Erbe des Computerentwicklers. Der Experte für Softwaretechnik entwickelte von 1996 bis 2000 die Konrad Zuse Multimedia Show, die sich mit der Historie der Computerentwicklung befasst. Die DVD der Show ist auch im Besitz des Hoyerswerdaer Zuse-Computermuseums (ZCom).

Horst Zuse pflegt regen Kontakt nach Hoyerswerda

Horst Zuse baute zudem im Jahr 2001 dem Rechner Z 3 von Konrad Zuse nach, der im Zweiten Weltkrieg zerstört worden war. Damit wollte er die Funktionsfähigkeit des Rechners beweisen. Horst Zuse pflegt laut Stadtverwaltung regen Kontakt nach Hoyerswerda und zum Computermuseum, unterstützt Projekte des Lausitzer Technologiezentrums (Lautech) und hält Vorträge im Beruflichen Schulzentrum, das nach Konrad Zuse benannt ist.

Wann Horst Zuse die Plakette überreicht werden kann, ist aufgrund der Corona-Einschränkungen noch offen. Eine geplante Veranstaltung am 17. Juli wird laut Hoyerswerdas Oberbürgermeister Stefan Skora verschoben. Einen neuen Termin gibt es noch nicht. „Ich freue mich aber sehr, dass ich Professor Zuse die einstimmige Entscheidung des Stadtrats während eines Telefonats mitteilen darf“, so Stefan Skora.

Konrad-Zuse-Plakette wird alle zwei Jahre vergeben

Die „Konrad-Zuse-Plakette“ wird seit 2001 alle zwei Jahre vergeben. 2003 bekam sie Alt-Bundespräsident Roman Herzog, im Jahr 2017 der frühere Hoyerswerdaer Oberbürgermeister Horst-Dieter Brähmig, der maßgeblich im Zuse-Forum mitgewirkt hat.

Konrad Zuse war am 19. Mai 1995 zum Ehrenbürger Hoyerswerdas ernannt worden. Er verbrachte einige Jugendjahre in Hoyerswerda und legte 1928 in der Stadt sein Abitur ab. Der Computervater verstarb am 18. Dezember 1995 in Hünfeld bei Fulda.