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Ehrenpreis des Landrates für dreifarbigen Dalmatiner Rex

Stolz präsentieren Niclas Jordan und sein Großvater Harald Jordan ein Exemplar der Klein Silbergelben.
Stolz präsentieren Niclas Jordan und sein Großvater Harald Jordan ein Exemplar der Klein Silbergelben. FOTO: amz1
Nardt. Ungewöhnlicher Besuch im Nardter Bürgerhaus: Anfang Oktober haben sich dort mehr als 150 Kaninchen in 18 Rassen beziehungsweise Farbschlägen ein Stelldichein gegeben. 21 Züchter präsentierten ihre mümmelnden Schätze. amz1

Kein Wunder, hatten die Mitglieder des Rassenkaninchenzuchtvereins (RKZV) "S 28 Hoyerswerda und Umgebung" zur 24. Offenen Ortsschau geladen. Die Bezeichnung "S 28" stehe übrigens für "Sachsen" und für die entsprechende Registernummer beim Vereinsgericht in Dresden, erklärte Vorsitzender Winfried Leps.

Die heimischen Züchter räumten zahlreiche Pokale ab. Beispielsweise Friedrich Slawick aus Bernsdorf. Der Züchter sicherte sich mit seinem dreifarbigen Dalmatiner Rex den Ehrenpreis des Landrates. Sage und schreibe 387,5 Punkte von 400 möglichen Zählern sprach die aus der Cottbuser Gegend stammende Jury Slawicks Kaninchen zu. Darüber hinaus gewann der Bernsdorfer ebenso den Ehrenpreis des Elsterheider Bürgermeisters Dietmar Koark. Diesmal allerdings mit braunen Marderrexen.

Der Kreisverbandsehrenpreis ging an Anke Hultsch aus Weißwasser, bester Jugendzüchter wurde Jonas Dunko aus Bernsdorf.

Jüngster Züchter vor Ort war Niclas Jordan. Der 14-Jährige präsentierte seine drei Klein Silbergelben. "Ich bin durch meinen Opa zur Kaninchenzucht gekommen", berichtete der Hoyerswerdaer. Das sei vor nunmehr drei Jahren gewesen. Großvater Harald Jordan besitze bereits eine fast 30-jährige Zuchterfahrung. Mit seinen 74 Jahren sei er aber noch längst nicht das älteste Mitglied im RKZV "S 28". Diesen Titel habe Georg Schnabel mit seinen 83 Lenzen inne.

Das Durchschnittsalter der insgesamt 16 Hoyerswerdaer Züchter belaufe sich ohnehin auf weit über 60 Jahre, klagte Winfried Leps. Der Verein, mit 110 Jahren einer der ältesten seiner Art in der Region, habe erhebliche Nachwuchsprobleme. Zwar bringe die Kaninchenzucht kaum finanzielle Einnahmen, dafür aber viel Spaß beim Umgang mit den Tieren.

Nicht zuletzt könne bei Ausstellungen so mancher Preis abgeräumt oder ein Beitrag zum Schutz seltener Rassen geleistet werden.

So wie Winfried Leps. "Ich halte Meißner Widder. Diese wurden um das Jahr 1900 in der namensgebenden Stadt gezüchtet. Zu DDR-Zeiten waren die Tiere wegen ihres silbern glänzenden Fells für die Pelzindustrie gefragt. Doch nach der Wende brach der Markt ein. Zudem fressen sie aufgrund ihrer Größe eine ganze Menge. Somit hält heute kaum noch jemand Meißner Widder", erzählte der Vereinsvorsitzende. "Mir gefallen die Tiere aber richtig gut. Darum möchte ich sie nicht missen", begründete der Weißkollmer seinen Einsatz für die "Widder" aus sächsischen Landen.

Indes stellte Niclas Jordan noch einen weitverbreiteten Irrtum klar: "Karnickel rennen draußen in der Landschaft herum. Wir züchten dagegen Kaninchen. Das klingt doch besser."

Wer bei den Hoyerswerader "S 28"-Züchtern mitmachen will, könne sich jeden zweiten Montag im Monat gegen 19 Uhr in der Gaststätte "Zum Adler" in Dörgenhausen einfinden. Der nächste Termin ist der 10. Oktober.