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| 14:02 Uhr

Hoyerswerda
Ehrenamtliches Engagement für barrierefreies Miteinander

Wolfgang Schäfer (r.) hat sich mit Mitarbeitern der Lebenshilfe kürzlich bei der Vereinsmeile auf der Kirchstraße präsentiert.
Wolfgang Schäfer (r.) hat sich mit Mitarbeitern der Lebenshilfe kürzlich bei der Vereinsmeile auf der Kirchstraße präsentiert. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Lebenshilfe-Regionalvereinigung Hoyerswerda-Kamenz hat mehrere Standbeine. Von Katrin Demczenko

Menschen mit geistiger Behinderung einen barrierefreien Zugang in die Mitte der Gesellschaft zu verschaffen, dafür arbeiten auch die Mitarbeiter der Lebenshilfe (LH)-Regionalvereinigung Hoyerswerda-Kamenz. Sie gehören zur Bundesvereinigung Lebenshilfe, die 1958 in Westdeutschland gegründet würde, sagt Bernd Wiesner. Er ist ehrenamtlicher Vorstandvorsitzender der LH-Regionalvereinigung und Vorsitzender des Landesverbandes Sachsen.

In der Wohnstätte Dörgenhausen, Dresdener Straße 74, begann die Arbeit mit Geistigbehinderten vor 45 Jahren. Damals organisierte die inzwischen verstorbene Erika Heimann eine gute Betreuung für Kinder, sagt der Geschäftsführer der LH-Regionalvereinigung Hoyerswerda-Kamenz, Wolfgang Schäfer. „Da es Erika Heimann inneres Bedürfnis war, Schwächeren zu helfen, würdigten wir ihre Verdienste, indem wir die 2016 gegründete Stiftung ,Lebenshilfe Stiftung - Erika Heimann’ nannten.“

1990 gründeten sich die Lebenshilfe-Vereinigungen Hoyerswerda sowie Kamenz. Über eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme wurde der Familien entlastenden Dienst (FED) aufgebaut, so Schäfer weiter. Dieser Dienst verschafft bis heute betreuenden Angehörigen Zeit zum Atemholen, indem er für Geistigbehinderte Freizeitaktivitäten und Ferienfahrten organisiert. Die Fitteren unter ihnen können ins betreute Wohnen ziehen und eine eigenen Lebenskreis außerhalb ihrer Herkunftsfamilie aufbauen. Ziel aller Angebote ist, die Betroffenen körperlich, emotional sowie psychisch zu fördern und ihnen möglichst viel Normalität zu verschaffen, erklärte Wolfgang Schäfer.

1995 übernahm die LH-Regionalvereinigung die Wohnstätte Dörgenhausen. Sie bestand nur aus der alten Villa und dem Erweiterungsbau aus den 1980er-Jahren. Heute gibt es auf dem Gelände vier Wohnhäuser. Gemeinsam mit der Wohnstätte Oßling und den Außenwohngruppen werden mehr als 200 geistig behinderte Menschen betreut und gefördert. Im Haus 5 leben seit 2014 jüngere und ältere Geistigbehinderte mit Pflegebedarf in stationärer und ambulanter Tages- sowie Kurzzeitpflege, erklärt Pflegedienstleiterin Beate Schön.Die Menschen werden täglich individuell versorgt sowie therapiert und können vielfältige Freizeitangebote wahrnehmen, um vorhandenen Fähigkeiten zu erhalten oder zu verbessern.

Kinder bis zum Grundschulalter werden in den ambulant/häuslichen Frühförder- und Beratungsstellen Hoyerswerda, Kamenz sowie Radeberg professionell unterstützt, um Entwicklungsdefizite auszugleichen. Mit demselben Ziel arbeiten in Hoyerswerda zwei integrative und eine heilpädagogische Kita, sagte Manja Schuricht. Sie leitet die zwei Einrichtungen im „Haus der Lebenshilfe“, Scadoer Straße 26. Aufgenommen werden dort gesunde wie körperlich und/oder geistig behinderte Kinder, die sich unter Anleitung von Erziehern mit Zusatzqualifikationen in Lernwerkstätten bilden. Alle Kinder lernen voneinander und jeder in seinem Tempo, erklärte sie das auf modernen wissenschaftlichen Erkenntnissen fußende Arbeitsprinzip.