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| 01:02 Uhr

ECE-Erweiterung wohl endgültig vom Tisch

Hoyerswerda.. Die Erweiterung des Lausitz-Centers dürfte endgültig vom Tisch sein: Die Hamburger ECE Projektmanagement GmbH kündigte gestern gegenüber der RUNDSCHAU an, die Bedingungen, die der Hoyerswerdaer Stadtrat für eine Verlängerung der Option auf das entsprechende Grundstück beschlossen hatte, auf keinen Fall akzeptieren zu wollen. Von Tim Albert

ECE hatte darum gebeten, das am Monatsende auslaufende Rücktrittsrecht von dem Vorvertrag mit der Stadt über die Fläche noch einmal für zwei Jahre zu verlängern. Dem stimmte der Stadtrat am Dienstagabend in nicht-öffentlicher Sitzung zwar zu - aber nur unter der Bedingung, dass das Unternehmen in diesem Zeitraum für die Kosten der Fläche (Grundsteuer, Pflege, etc.) aufkommt, wie Rathaus-Sprecher Sandro Fiebig auf Nachfrage bestätigte. Nach RUNDSCHAU-Informationen geht es hier um einen Betrag in Höhe von 75 000 Euro jährlich. Die Entscheidung traf der Stadtrat nach rund zweistündiger Debatte ohne Gegenstimme.
Wie ECE-Projektmanager Andreas Hohlmann gegenüber der RUNDSCHAU erklärte, war das Unternehmen gestern Nachmittag noch nicht schriftlich über den Beschluss informiert worden. „Ich kann der Geschäftsführung natürlich nicht vorgreifen: Aber sollten sich die Dinge tatsächlich so verhalten, dann gehe ich davon aus, dass wir umgehend von unserem Rücktrittsrecht Gebrauch machen werden“ , erklärte er: „Das wäre das endgültige Aus für die Erweiterung. Das Ding werden wir dann nicht noch einmal anfassen.“ Wenn ECE das Angebot der Stadt tatsächlich nicht akzeptiert, hat das Unternehmen bis zu diesem Montag Zeit, von dem Vorvertrag zurücktreten. Dies werde mit Eilboten geschehen, kündigte Hohlmann schon einmal an - „wenn man solche Spielchen mit uns spielt, dann bleibt uns keine Alternative“ .
Über die Entscheidung der Stadträte zeigte der ECE-Mann völliges Unverständnis: „Eine solche Summe würden wir auch an keinem anderen Standort zahlen, weder in München noch in Hamburg. Warum sollten wir das ausgerechnet in Hoyerswerda tun?“ Zumal doch jedem klar sein müsse, „dass wir gezwungen sein würden, dieses Geld auf unsere Mieter umzulegen - und das an einem ohnehin nicht ganz einfachen Standort“ .
Die Gründe für den Beschluss könne er in keiner Weise nachvollziehen, so Hohlmann: „Bei einer Verlängerung des Rücktrittsrechtes hätten beide Seiten alle Möglichkeiten gehabt - das Einzige, was die Stadt nun erreicht hat, ist, dass sie einen potenziellen Investor los ist.“ Zwar verstehe er die Ungeduld der Stadträte, so Hohlmann: „Aber man muss sich schon überlegen, wie man mit Investoren umgeht.“
Akzeptiert hätte ECE dagegen wohl die Streichung einer Klausel, die im öffentlichen Teil der Sitzung eine gewichtige Rolle gespielt hatte. Das Hamburger Unternehmen hatte der Stadt bei der parallelen Suche nach Investoren freie Hand geben wollen - die Ansiedlung von Dienstleistern in der unmittelbaren Umgebung aber gerne ausgeschlossen gesehen. „Letzten Endes wäre es daran sicher nicht gescheitert“ , betonte Hohlmann.
Nach RUNDSCHAU-Informationen hat der Stadtrat am Dienstagabend zugleich auch bereits das Amt für Wirtschaftsförderung beauftragt, gemeinsam mit der Wohnungsgesellschaft Hoyerswerda ein eigenes Vermarktungskonzept für die Fläche im Stadtzentrum aufzustellen. Hohlmann indes hält es für nahezu ausgeschlossen, dass der Stadt gelingt, was ECE in vier Jahren nicht gelungen ist. „Es gibt weit und breit keinen Investor außer uns“ , sagt er.