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Blumiges
Duftendes Naturmaterial verlockt zur Bastelei

Floristmeister Matthias Bock erklärt Edeltraud Roblick aus Lohsa, wie sie die Weidenzweige in der Buddha-Nuss drapieren kann.
Floristmeister Matthias Bock erklärt Edeltraud Roblick aus Lohsa, wie sie die Weidenzweige in der Buddha-Nuss drapieren kann. FOTO: Picasa / Kinastowski Heiderose
Hoyerswerda. Einmal im Monat wird es kreativ und blumig. Hoyerswerdaer Hobbyfloristen treffen sich zum traditionellen Blumenbinden mit Profis. Von Heiderose Kinastowski

Es ist immer wieder spannend für die Teilnehmer des Workshops von Bock-Blumen, unter welchem saisonalen Motto sie dieses Mal kunstvolle florale Gestecke kreieren werden.

„Ganz in Weiß“ – dieses Thema hatten Floristin Susanne Janke und Floristmeister Matthias Bock jüngst ausgewählt und dabei nicht an Schneegebilde, sondern an erste weiße Frühblüher gedacht. Auf den Arbeitstischen im hinteren Raum des Blumen-Pavillons befanden sich Tulpen- und Narzissenzwiebeln, Weidenkätzchen und -zweige, weiß gestrichenes Blaubeerkraut, Buchsbaumzweige, Moos, Astkerne und farbenprächtige Primeltöpfchen. Basis für das Frühlingsarrangement bildeten zwei Buddha-Nüsse. Ein fertiges Gesteck diente den Hobbyfloristen als Vorlage.

Die 15 Teilnehmer beispielsweise aus Lohsa, Burg, Lauta, Zeißig und Hoyerswerda zögerten nicht lange und gingen mit Eifer daran, das Naturmaterial zu verarbeiten. Nach geraumer Zeit sah man bereits erste Ergebnisse. Liane Radlik aus Lauta, schon mehrere Jahre dabei, verriet, dass ihr Gesteck einen schönen Platz im Flur ihres Hauses finden werde. „Oft hebe ich mir auch die Grundform auf und dekoriere sie um“, erzählt sie. Edeltraud Roblick aus Lohsa war erstmals dabei und total begeistert. „Ich habe von meiner Bekannten aus Burg zum Geburtstag einen Gutschein für diesen Workshop erhalten“, sagt sie. Die Tipps und Anregungen, die sie hier bekäme, könne sie gut für Blumengebinde für Haus und Garten nutzen. Ihre Freundin aus Burg ist seit 2012 bei den monatlichen Workshops dabei. Ein Gutschein zum Nikolaustag war Anlass für sie, Hobbyfloristin zu werden. „Und weiß man einmal nicht weiter, dann helfen die Profis hier in Hoyerswerda.“

Ute Thomschke, seit einem Jahr dabei, hat ihr Gesteck fast fertig. Ihre Augen leuchten. Sie ist stolz auf ihr florales Kunstwerk. Auch sie habe damals einen Gutschein für diesen Treff bekommen, verrät sie. Hier bekäme man so viele Anregungen mit, dass man selbst schon vieles ohne Anleitung anfertigen könnte. Sie habe sich bisher nur zwei Gestecke behalten. Alle anderen wurden weiter verschenkt. „Und das heutige Frühlingsgesteck wechselt morgen bereits den Besitzer“, fügt sie lächelnd hinzu.

Während weiter fleißig Blumenzwiebeln, Primeln und Naturmaterial in den beiden Buddha-Nüssen drapiert werden, erzählt der 45-jährige Geschäftsmann, dass sein Team seit 15 Jahren regelmäßig zu den monatlichen Workshops einlade. Inspiriert dazu hätten ihn Kunden, die wissen wollten, wie man selbst attraktive Blumenarrangements gestalten könne, die aber nicht wüssten, wie es ginge. „So kamen wir auf die Idee, Hobbyfloristen hinter unsere Kulissen schauen zu lassen“, sagt Matthias Bock. „Wir vermitteln den Teilnehmern viele Tipps und Tricks, zeigen ihnen die Basics für unser Handwerk. Nach etwa einer Stunden kreativer Arbeit haben alle bereits etwas Fertiges geschaffen, das sie mit nach Hause nehmen können.“

Für den Workshop melden sich beispielsweise Pädagogen, Krankenschwestern, Mediziner, Senioren und Architekten an. Manchmal würden auch Firmen für ihre Kollegen einen Workshop buchen. Einmal meldete sich sogar eine Dame aus dem Vogtland an. Sie hatte dieses Event als Geschenk erhalten. „Einmal kam auch eine Gruppe zu unserem Mittwochtreff, die Junggesellenabschied feierte“, verrät Floristin Susanne Janke schmunzelnd. Sie gehört zu den drei Top-Straußbinderinnen Sachsens.

Ein wichtiger Aspekt des Workshops sei es, wie Matthias Bock resümiert, dass man hier Gleichgesinnte trifft. Der Workshop sei für die Hobbyfloristen ein Höhepunkt im Monat.