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Dresdner Lob für bürgerschaftliches Engagement in Hoyerswerda

Lobende Worte für das Engagement der Hoyerswerdaer gegen Rechts fanden am Mittwoch die Gäste einer Gesprächsrunde mit dem Dresdener Linken-Fraktionsvorsitzenden Andre Schollbach. Foto: Mandy Decker/mdr1
Lobende Worte für das Engagement der Hoyerswerdaer gegen Rechts fanden am Mittwoch die Gäste einer Gesprächsrunde mit dem Dresdener Linken-Fraktionsvorsitzenden Andre Schollbach. Foto: Mandy Decker/mdr1 FOTO: Mandy Decker/mdr1
Hoyerswerda. Eine Gesprächsrunde mit dem Vorsitzenden der Fraktion Die Linke im Dresdener Stadtrat Andre Schollbach über die Möglichkeiten der Eindämmung rechtsextremistischer Aufmärsche nutzen Parteimitglieder und Gäste der öffentlichen Veranstaltung zur Diskussion über die unerwartete Ruhe vor dem Asylbewerberheim. Im Tenor bündelten sich die Aussagen zu einem Kompliment für die Hoyerswerdaer und das Bündnis "Hoyerswerda hilft mit Herz". mdr1

Zwar warnte Heinrich Ruynat davor, sich "in die Taschen zu lügen" und die untergründige "Andersfeindlichkeit", die nach seiner Erfahrung durchaus in Hoyerswerda schwelen würde, zu unterschätzen. Andererseits sieht er, ebenso wie andere Gäste, in der Entschlossenheit, mit der sich ein breites Spektrum von Einwohnern mehrfach offen gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit auf die Straße stellte, einen Grund für das bisherige Ausbleiben von Angriffen auf die Asylbewerber.

"Wir haben gezeigt, dass wir Hoyerswerdaer auch anders können", bestärkt Robert Mechling diesen Eindruck. Die Einwohner und Initiativen hätten bewiesen, dass sie auch ausländerfreundlich sein können, argumentiert der Gymnasiast, und meint zu erkennen, dass sich in der Stadt ein allgemeines Verantwortungsbewusstsein entwickelt habe, das sich ganz klar gegen die 1991er-Ereignisse und das daraus resultierende Image stellt. Dass die kontinuierliche Arbeit vieler Jahre jetzt Früchte trägt, interpretiert Ralf Haenel. "Wir haben Menschen, die 1991 erlebt haben und wissen, wie sich das in den Köpfen festsetzt", sagt der Vorsitzende der Hoyerswerdaer Stadtratsfraktion Die Linke. Dennoch dürfe die Aufmerksamkeit nicht nachlassen, denn ein kleiner Anlass könnte genügen, wieder einen Funken zu entzünden, warnt auch Haenel.