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Dreißig Jahre im Traumjob

Revierleiterin Kathrin Proske ist dieser Tage genau seit 30 Jahren Tierpflegerin im Zoo Hoyerswerda.
Revierleiterin Kathrin Proske ist dieser Tage genau seit 30 Jahren Tierpflegerin im Zoo Hoyerswerda. FOTO: cw
Hoyerswerda. Das Trampeltier-Mädchen Gerda ist ein bisschen aus dem Häuschen. Lebhaft streckt es Kathrin Proske den Kopf mit dem lustigen schwarzen Haar büschel auf der Stirn entgegen. Catrin Würz

Die Zoo-Tierpflegerin ist heute zu ungewohnter Uhrzeit und etwas außer der Reihe bei den Kameldamen Gerda und Jeanine im Gehege aufgetaucht: Fototermin für die Zeitung! Die Tiere nehmen das als gutes Zeichen und stecken neugierig ihre Nasen in Kathrin Proskes Handteller und in die Jackentaschen. Sie wissen genau: Irgendwo da ist ein Leckerli für sie. "Ich gehe kaum mal ohne Leckerli zu meinen Lieblingen", sagt Kathrin Proske lächelnd und rückt endlich mit den Möhrenstückchen für die beiden Trampeltier-Stuten raus.

Die gerade mal 1,50 Meter große Bröthenerin begeht in dieser Woche ein seltenes Dienstjubiläum. Seit genau 30 Jahren ist sie Tierpflegerin im Zoo Hoyerswerda und leitet inzwischen schon lange das Huftier-Revier mit mehr als 80 Zootieren. Unter den Tierpflegern ist die 50-Jährige derzeit die Dienstälteste. Trotz der langen Zeit am selben Arbeitsplatz, mit körperlich schwerer Arbeit im Schichtdienst und mit Wochenend- und Feiertagsarbeit sagt sie heute aus tiefster Überzeugung. "Das hier ist mein Traumjob."

Mit gerade mal 20 Jahren war die gelernte Zootechnikerin/Mechanisatorin im Juni 1987 von der Milchviehanlage in Bergen zum Zoo gewechselt. Es sollte eine der besten Entscheidungen ihres Lebens werden. Denn Kathrin Proske ist bis heute glücklich mit ihrer täglichen Arbeit. Wind und Wetter, Kälte und Hitze, körperliche Anstrengung und manchmal auch traurige Momente, wenn ein über Jahre liebgewordenes Tier gehen muss - nichts kann die vielen schönen Seiten ihres Berufes schmälern. "Die Tiere sind immer von Herzen aufrichtig. Wenn sie zu Jemandem Vertrauen haben, dann zeigen sie ihre Zuneigung auch. Das sind die großartigsten Momente", sagt Kathrin Proske.

Die Leiterin des Huftier-Reviers kann gerade in diesen Tagen viele Neuerungen in ihrem Verantwortungsbereich präsentieren. Erst vor ein paar Tagen ist die neue Gemeinschaftsanlage von Nandus und Maras direkt neben dem Zooteich in Betrieb genommen worden. Das Gelände war im Zuge der Zooteich-Sanierung neu dazugewonnen worden. Die großen Laufvögel und die hasenähnlichen Nagetiere, die ebenfalls dem Huftier-Revier angehören, haben darauf einen Stall mit großem Fenster bekommen, durch das die Zoobesucher die Tiere auch im Innenbereich beobachten können.. "Das war für uns sehr spannend zu sehen, ob sich die beiden Tierarten annehmen. Denn vorher hatten sie ja nie miteinander Kontakt. Aber das hat alles prima funktioniert", erzählt Kathrin Proske.

Eine weitere Neuerung wird schon in wenigen Tagen den Besuchern zur Verfügung stehen. Denn jetzt ist auch das neue Känguru-Gehege fertig. Die drei Bennett-Kängurus sind bereits eingezogen. "Der Umzug war gar keine so einfache Sache, denn beide Känguru-Weibchen tragen derzeit Jungtiere in ihrem Beutel. Da mussten wir besonders vorsichtig sein", erzählt Kathrin Proske.

Worauf sich die Zoo-Besucher schon freuen dürfen: Erstmals wird das Gehege von Familie Känguru ab nächster Woche begehbar sein. Die Besucher dürfen durch eine Art Türschleuse die Anlage betreten und auf einem befestigten Weg mittendurch spazieren. Wenn in Kürze dann auch noch ein recht zahmer Emu - ein großer Laufvogel - im Känguru-Gehege einziehen wird, dann dürfte das Erlebnis für Zoobesucher enorm sein. Damit sind in den letzten Tagen zwei weitere Projekte aus dem Geozonen-Konzept des Zoos umgesetzt worden. Das sieht ja vor, die Tiere entsprechend ihrer Herkunft aus Geozonen und Kontinenten anzusiedeln.

Dass Kathrin Proske auch in das 31. und alle folgenden Dienstjahre im Zoo mit Zufriedenheit und Begeisterung geht, davon kann man getrost ausgehen. Das zweijährige Kamelmädchen Gerda legt vertraut seinen Kopf auf die Schulter der nur halb so großen Tierpflegerin. Wieder einer dieser wunderbaren Glücksmomente für die Revierleiterin.

Zum Thema:
Die neue begehbare Känguruanlage ist ein weiteres Highlight im Zoo Hoyerswerda. Über einen passierbaren Weg erhalten die Besucher die Möglichkeit, die Tiere in unmittelbare Nähe zu beobachten. Die insgesamt 1000 Quadratmeter große Anlage bewohnen derzeit drei Kängurus und zwei Jungtiere. Drei weitere Weibchen werden noch folgen. Der Bau der Anlage wurde durch die Versorgungsbetriebe Hoyerswerda GmbH ermöglicht.