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| 18:35 Uhr

Flugplatzfest Nardt
Drei Jubiläen, eine große Party

Der Mann in der fliegenden Kiste: Der Leipziger Gunter Scholz mit einem historischen Doppeldecker, der dem Luftsportverband Sachsen gehört. Dieses Flugzeug, Baujahr 1928, war auf dem Flugplatzfest der „absolute Hingucker“, so Pilot Gunter Scholz.
Der Mann in der fliegenden Kiste: Der Leipziger Gunter Scholz mit einem historischen Doppeldecker, der dem Luftsportverband Sachsen gehört. Dieses Flugzeug, Baujahr 1928, war auf dem Flugplatzfest der „absolute Hingucker“, so Pilot Gunter Scholz. FOTO: Rainer Könen
Nardt. Beim 15. Nardter Elsterheidefest feierten Feuerwehr, Aeroklub und Traditionsverein besonders intensiv miteinander. In der Luft sowie an Land. Von Rainer Könen

Der Jet setzt zum Sturzflug an. Auf dem Nardter Flugplatz blicken alle Besucher gen Himmel. Sie staunen. Was für ein imposanter Anblick. Und mit einem Mal ist er da, der Jet. Mit einem leisen Zischen rauscht der rund 100 Stundenkilometer schnelle Flugkörper über das saftige Grün des Flugplatzes. Beeindruckend.

Am Sonntag gehörte dieser Elektro-Jet zu den spektakulären Fluggeräten, mit denen die Modellflugabteilung des Hoyerswerdaer Aeroklubs auf sich aufmerksam machte. Von der von Liedermacher Reinhard Mey einst besungenen „grenzenlosen Freiheit über den Wolken“ war am Wochenende im Luftraum über dem Nardter Flugplatz wenig zu spüren. Da wurde es zeitweise hoch oben über dem Fluggelände eng, schließlich mussten sich Ballonfahrer und Segelflieger, Gleitschirmflieger und Fallschirmspringer, Kunstflugmaschinen und Oldtimer-Flugzeuge den Himmel aufteilen.

Ein besonderer Besuchermagnet war da sicher ein historischer Doppeldecker. Dieses zerbrechlich wirkende Fluggerät des sächsischen Luftsportverbandes war ein überaus beliebtes Fotomotiv. Pilot Gunter Scholz genoss die Aufmerksamkeit, die man dem mühevoll restaurierten Flugobjekt widmete. „Der historische Doppeldecker ist der absolute Hingucker auf dem Flugplatz“, sagt er stolz.
Es gab beim 15. Nardter Elsterheidefest einiges zu feiern. So blickt die Freiwillige Feuerwehr Nardt in diesem Jahr auf ihr 110-jähriges Bestehen zurück. Seit 60 Jahren starten und landen Flugzeuge vom Nardter Flugplatz. Der Nardter Traditionsverein selbst existiert seit 20 Jahren. Drei Jubiläen - das ergab eine große Party mit vielen Veranstaltungshöhepunkten. Zahlreiche Besucher strömten hinaus auf den Flugplatz. Am Freitag hatte man diese Veranstaltung mit dem für solche Events fast obligatorischen Löschangriff-Wettbewerb der Feuerwehren eröffnet. Am zweiten Tag stand wiederum der Flugplatz im Mittelpunkt des Interesses. Am Sonntag galt es für die Organisatoren noch einmal alle Kräfte zu bündeln. Denn wie es Nardts Ortsvorsteher Michael Ritter sagt, handelt es sich dabei um den „besucherstärksten Tag des Festes“. Bei ihm liefen etliche organisatorische Fäden zusammen.

Bevor am Sonntagvormittag der Feldgottesdienst begann, sah man auf dem Platz bereits etliche kinderwagenschiebene Familienväter, füllten sich die Parkplätze rings ums Flugfeld, parkten die ersten Feuerwehrfahrzeuge vor dem Hangar des Aeroklubs. „Es ist einfach Wahnsinn, was man hier auf die Beine gestellt hat“, meint ein Cottbuser Ehepaar.

Auch Hoyerswerdas Ex-Superintendent Friedhart Vogel zeigte sich nach dem von ihm und Pfarrer Koch geleiteten Gottesdienst von dem Geschehen rund auf dem Flugplatz angetan. Besonders von der mit Tandem-Fallschirmspringern beladenen Antonov AN 2 war er fasziniert, die mit brüllendem Motor zum Start rollte und kurz darauf mit ohrenbetäubendem Lärm abhob. Eindrucksvoll am frühen Nachmittag auch die  Schauvorführungen der Feuerwehr. Da wurden Löschtechniken von früher und heute vorgestellt.
Zum Abschluss des Festes gab es am Sonntagnachmittag sogar noch Weltmeisterliches zu sehen und zu hören. Zeigte der Spielmannszug Oberlichtenau, warum er im vergangenen Jahr beim World Music Contest im holländischen Kerkrade die Goldmedaille holen konnte. Aus Sicht der Organisatoren war es eine gelungene große Jubiläumsparty, diese 15. Ausgabe des Nardter Flugplatz- und Elsterheidefestes.

Die silberfarbene „Antononov-AN 2“ war auch ein beliebtes Fotomotiv für die zahlreichen Besucher des Nardter Elsterheidefestes und sorgte für staunende Gesichter.
Die silberfarbene „Antononov-AN 2“ war auch ein beliebtes Fotomotiv für die zahlreichen Besucher des Nardter Elsterheidefestes und sorgte für staunende Gesichter. FOTO: Rainer Könen