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Dorit Gäbler mit "Goldener Henne" ausgezeichnet

Dorit Gäbler freut sich über ihre spezielle "Goldene Henne"
Dorit Gäbler freut sich über ihre spezielle "Goldene Henne" FOTO: hir1
Hoyerswerda. "Als ich noch das ‚Hackerstübl' in Hoyerswerda hatte, war Dorit Gäbler sechsmal zu Gast. Sie war damals vor zig Jahren ein Garant für ein volles Haus", meinte Ralf Gerstmann, der heute die Hoyerswerdaer Zoogaststätte "Sambesi" führt. hir1

Vor einem vollen Haus trat die 74-jährige Künstlerin, an der die Zeit im Aussehen vorbeigegangen schien, auch am vergangenen Sonntag auf. Sie stellte ihren ganz privaten "Kessel Buntes" vor, dessen erste Sendung sie im Fernsehen der DDR moderieren durfte.

Doch zuvor kam es zu einer ganz besonderen Ehrung. Am 15. Januar vor 17 Jahren trat Dorit Gäbler zum ersten Mal in Hoyerswerda, im "Hackerstübl" auf. Dazwischen liegen etwa 12 Auftritte in der Zusestadt - und jetzt geht es im "Sambesi" weiter. Für Ralf Gerstmann war dieses "Wiederkommen" von Dorit Gäbler ein Anlass für die Vergabe einer Auszeichnung, die es in Hoyerswerda noch nie gab. Ehrlich erfreut nahm Dorit Gäbler die "Goldene Henne" in Empfang.

Doch dann wollten die 60 Besucher am Sonntagabend, ihre "Gäbler" in Aktion hören und sehen. Und das war noch immer ein Kunstgenuss. Als sie jazzte, wie manchmal Bärbel Wachholz, da zeigte sie durch swingende Bewegungen, dass sie immer noch die berühmte Musik im Blut hat.

Sie wagte sich auch an Ed Swillms Rockkomposition "Über sieben Brücken" heran. Das Original, gesungen von Herbert Dreilich und "Karat", ließ keine Steigerungsmöglichkeiten zu. Die "Gäbler" meisterte auch das mit Bravour. Für die Besucher, die fast alle der Ü60-Generation angehörten, war es ein besonderer Genuss, in ihrer "Gäbler" Marlene Dietrich, Hildegard Knef, und Daliah Lavi zu hören. Deren Stimmen und Mimik scheint sie bis zur Perfektion geübt zu haben. Auch Musik und Interpretation ihrer Eigenkompositionen verwöhnte das Gehör der Besucher. Die zeigte an diesem Abend, dass sie es noch draufhat, nach komplizierter Herzoperation.

Auch Renate Mattick war begeistert und wertete den Abend als gelungen mit bester Unterhaltung und Bewirtung. "So kann es in diesem Jahr weitergehen", meinte die Seniorin. Auch die Damen ihrer Tischrunde pflichteten ihr bei. Sie waren durch die Darbietung der "Gäbler" noch einmal so richtig in ihre Jugendzeit versetzt wurden.

Als Profi war Dorit Gäbler erstmals im Film "Gib acht auf Susi" 1968 zu sehen. Sie war auch in mehreren "Polizeirufen" in der Mitte der siebziger Jahre present. 2000 flimmerte sie dann nocheinmal in der "Lindenstraße" über den Bildschirm. Auch der Sonntagabend im "Sambesi" wird noch lange nicht der Schlusspunkt ihrer Bühnenkarriere gewesen sein, denn Dorit Gäbler hat noch so einige Projekte am Laufen.