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| 14:41 Uhr

Abkehr vom „Bautzener Zentralismus“ gefordert
Braumann will sorbische Institution für Hoyerswerda

Hoyerswerda/Bautzen. Der Domowina-Regionalchef fordert eine Abkehr vom „Bautzener Zentralismus“auf Kosten von Hoyerswerda. Von Sascha Klein

Der neue Vorsitzende des Domowina-Regionalverbands Hoyerswerda, Marcel Braumann, will am Freitag einen Vorstoß unternehmen, eine sorbische Institution nach Hoyerswerda zu holen. Er kritisiert die Pläne des Stiftungsrates der „Stiftung für das Sorbische Volk“, das Areal der Alten Posthalterei in Bautzen für die Umsiedlung des Sorbischen Instituts zu nutzen. Wie Braumann gegenüber der RUNDSCHAU betont, dürfe der „Bautzener Zentralismus“ auf Kosten von Hoyerswerda nicht fortgesetzt werden. Der Domowina-Bundesvorstand wird sich auf Braumanns Initiative am Freitag während seiner Sitzung in Crostwitz mit dem Thema beschäftigen.

Es gehe dabei nicht vorrangig um die Frage, ob Ankauf und Sanierung denkmalgeschützter Ruinen, die niemand haben wollte, eine Schnapsidee ist, betont Marcel Braumann. Dies zu beurteilen, sei Sache der Bau- und Fördermittelexperten. Es gehe jedoch darum, wofür Millionen Euro „sorbischer Gelder“ aus Steuermitteln ausgegeben werden.

Gerade erst habe der Sächsische Landtag die Staatsregierung beauftragt, mit dem Bund und Brandenburg über die künftige Stiftungsfinanzierung zu verhandeln. Während der Beratung der führenden sorbischen Gremien seien klare Prioritäten formuliert worden, betont der 55-Jährige: die Förderung sorbischer Sprachräume in den unterschiedlichen Regionen der Lausitz. Damit sei die mit diesem Beschluss beabsichtigte Fortsetzung des „Bautzener Zentralismus“ unvereinbar. Hoyerswerda ist Gründungsstadt des sorbischen Dachverbandes, geografisches Zentrum der Lausitz und Sieger in der Kategorie „Städte“ beim Wettbewerb „Sprachenfreundliche Kommune – die sorbische Sprache lebt“, an dem sich Bautzen nicht einmal beteiligt habe, führt Braumann an. „Es ist daher aus Sicht der Sorben in unserer Region klar: Wir wollen als Unterstützung der sorbischen Community in und um Hoywoy im Ergebnis der notwendigen Neuausrichtung des Stiftungs-Fördersystems den Standort einer sorbischen Institution bekommen. Bisher ist die Region Hoyerswerda ein weißer Fleck auf der Karte der sorbischen Institutionen.“ Deshalb dürften jetzt keine Fakten auf Kosten der künftigen Entwicklung des sorbischen Lebens in der Region Hoyerswerda geschaffen werden, sagt Marcel Braumann weiter. „Es ist mir wichtig, dass wir über diese strittige Frage am Freitag unmittelbar vor der Neuwahl der sorbischen Stiftungsräte aus Sachsen offen mit interessierten Gästen aus der sorbischen Community diskutieren“, betont er. Dem Domowina-Regionalverband „Handrij ­Zejler“ Hoyerswerda gehören zurzeit etwa 800 Mitglieder in 20 Vereinen und Gruppen an.