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| 14:51 Uhr

Hoyerswerda
Domowina-Chef für Sprachzentrum an der Mühle

 Das Jurij-Brezan-Haus an der Krabatmühle Schwarzkollm. Hier könnte ein sorbisches Sprachzentrum entstehen.
Das Jurij-Brezan-Haus an der Krabatmühle Schwarzkollm. Hier könnte ein sorbisches Sprachzentrum entstehen. FOTO: Krabatmühle Schwarzkollm
Hoyerswerda. David Statnik: Bei einer neuen sorbischen Institution müssten Länder und Bund mehr Geld zur Verfügung stellen. Von Sascha Klein

In der Diskussion um eine erste sorbische Institution in der Region Hoyerswerda hat der Domowina-Vorsitzende David Statnik ein positives Signal gesendet. Auf RUNDSCHAU-Nachfrage sagt er: „Ich schließe mich Herrn Braumann an, dass es wichtig ist, positive Entwicklungen, wie es die Krabatmühle ist, zu unterstützen. Dies sage ich auch als Aufsichtsratsmitglied der Krabatmühle.“ Jedoch sagt Statnik auch, es sei ihm wichtig, dass es nicht nur darum geht, wo eine Institution ihre Büroräume hat, sondern wie sie die Menschen vor Ort erreicht und wo sie Erfolge verbuchen kann.

Der neue Vorsitzende des Domowina-Regionalverbands Hoyerswerda, Marcel Braumann, hatte kritisiert, dass sorbische Institutionen fast ausschließlich in Bautzen und Cottbus beheimatet sind und eine solche auch nach Hoyerswerda gehört. Er hatte vorgeschlagen, ein lausitzweites Zentrum für Kinder mit Fokus auf sorbischer Sprache in Schwarzkollm zu schaffen. Ein Koordinator soll einen Sitz in Hoyerswerda erhalten. Die Einrichtung einer solchen Institution kann sich der Domowina-Vorsitzende vorstellen: „Sehr würde ich es begrüßen, wenn wir überall in der Lausitz Leuchttürme schaffen könnten, die den Erhalt der Sprache vor Ort besser unterstützen“, sagt David Statnik.

Problem bei Braumanns Vorstoß ist die Finanzierung einer sorbischen Sprachschule und verstärkter sorbisch/wendischer Kinder- und Jugendarbeit. Das sieht auch Domowina-Chef Statnik: „Leider sind diese Aufgaben im derzeitigen Haushalt der Stiftung für das sorbische Volk nicht eingeplant.“ Das bedeutet: Die Förderung der Sorben und Wenden durch Bund und Länder müsste steigen. „Aktuell stehen wir am Anfang längerer Verhandlungen um die Mittel für die Stiftung für das sorbische Volk ab 2021“, so Statnik weiter. „Falls uns dies gelingt, dann gern. Entscheiden wird dies die Politik der Länder und des Bundes.“