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| 02:46 Uhr

Digital ermöglicht schnellen Zugriff

Elke Roschmann und Harry am Schrank mit Tausenden Bildern, die alle noch digital erfasst werden müssen.
Elke Roschmann und Harry am Schrank mit Tausenden Bildern, die alle noch digital erfasst werden müssen. FOTO: Hartmut Landes
Hoyerswerda. Rund 48 000 Objekte befinden sich im Besitz des Stadtmuseums im Schloss Hoyerswerda. Sie werden derzeit in einer digitalen Datenbank erfasst und inventarisiert. Diese Arbeit wird noch Jahre beanspruchen. Hartmut Landes

Ein paar Stunden, fast jeden Tag, sind es, die Elke Roschmann und Harry Wobst Daten einlesen. Die wissenschaftliche Leiterin und ihr Mitarbeiter digitalisieren den Bestand des Museums im Schloss Hoyerswerda. Seit einigen Jahren schon sind sie damit beschäftigt. Und noch viele Jahre werden vergehen, bis der gesamte Bestand in digitaler Form gespeichert ist. "Mit der digitalen Erfassung des Bestandes wird der Zugriff auf einzelne Objekte deutlich schneller möglich", sagt Elke Roschmann. Suchbegriff eingeben, und der Rechner zeigt in Sekundenschnelle, was dazu gespeichert ist und wo man das Objekt findet.

Bevor das Museum die neuen technischen Möglichkeiten, die das Archivierungssystem FirstRumos bietet, nutzen kann, ist viel Fleiß gefragt. Denn die Bestandsdaten müssen eingepflegt werden. Dabei stehen die Museumsmitarbeiter erst am Anfang. Etwa 1150 Objekte sind bisher digital erfasst. Davon etwa 900 Aquarelle, Skizzen und Studien von Günther Peters, dem langjährigen Leiter des Museums. Insgesamt verfügt das Museum über 48 000 Objekte, von denen 38 000 in herkömmlicher Weise inventarisiert sind, also mittels Karteikarten und Inventarbüchern. Rund 15 000 Fotos gehören dazu, ebenso Bücher, Broschüren und Dokumente. Das alles in der digitalen Welt zu speichern, gleicht einer Herkulesaufgabe für so ein kleines Team wie das des Museums. Doch es ist wichtig. Elke Roschmann erklärt: "Erst eine inventarisierte Sammlung wird auch als Sammlung anerkannt. Also ist es wichtig für uns, auch den restlichen Bestand zu erfassen." Der lagert derzeit noch in 90 Kartons im Magazinbereich des Schlosses.

Ohnehin wird nur ein kleiner Teil der vorhandenen Objekte in Ausstellungen gezeigt. "Unsere Hauptaufgabe ist das Sammeln, Bewahren, Forschen und das Präsentieren von Stücken", betont Elke Roschmann. Sie verweist darauf, dass das Museum Stücke in seltenen Fällen ankauft, viele Dinge aber auch von Bürgern geschenkt bekommt. "Nicht alles, was uns angeboten wird, können wir auch nehmen", sagt sie. Es müsse schon ins Sammlungskonzept des Museums passen. Und Elke Roschmann gesteht, es falle ihr immer wieder schwer, Leute wieder wegzuschicken. Dennoch komme sie manchmal nicht umhin, wenn bestimmte Stücke schon mehrfach vorhanden sind oder nicht zum Sammelprofil passen.

Auch wenn das Museum nicht größer wird, hat es in jüngerer Vergangenheit an Lagerkapazität gewonnen. Der Grund ist der Ausbau des Dachbodens. Dort werden derzeit täglich Luftfeuchtigkeit und Temperatur geprüft, um dann entscheiden zu können, welche Objekte in dem nicht beheizten Raum gelagert werden können.

Zum Thema:
Seit 1952 ist im Hoyerswerdaer Schloss das Stadtmuseum untergebracht. Mit seiner ständigen Ausstellung zur Stadtgeschichte und den wechselnden Sonderausstellungen zieht es viele Besucher an. Von 1990 bis 1998 wurde das Gebäude von Grund auf saniert. Mit Stadtmuseum, Galerie, Konzertsaal, Kaminzimmer und Gesellschaftsraum lädt es zu kulturellen Veranstaltungen aller Art ein.