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| 21:46 Uhr

Stadtgeschichte erforscht
Hoyerswerda-Neustadt gestern und heute

FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Olaf Winkler realisiert das Zeitzeugenprojekt zur „Zukunftsstadt Hoyerswerda“ – mit den Bürgern. Von Katrin Demczenko

KulturFabrik-Macher Olaf Winkler realisiert das Zeitzeugenprojekt „Zukunftsstadt Hoyerswerda – Wunschvorstellung und Realität“. Ziel ist, zum Zweck der Dokumentation für die Zukunft eine mehrperspektivische Materialsammlung für geschichtsinteressierte Nutzer zusammenzutragen. Betrachtet wird die Entwicklung von Hoyerswerda-Neustadt von der Planung in den 1950er-Jahren bis zur Gegenwart. Die dabei auftretenden Probleme und der Umgang damit aus der Sicht der Stadtpolitik und der Bürger sollen beleuchtet werden, sagte Olaf Winkler. Einzelinterviews mit dem mittlerweile verstorbenen Direktor des Gaskombinates Schwarze Pumpe, Herbert Richter, und anderen Personen wurden  geführt.

Folgen sollen drei Gesprächsrunden, die mitgefilmt und verschriftlicht werden. Das Augenmerk legen Olaf Winkler und die Stadtarchitektin Dorit Baumeister als Interviewer ausdrücklich auf die Wertschätzung und gegebenenfalls den Schutz der sich äußernden Personen und ihrer Perspektiven. Es geht nicht um die Darlegung von Vorwürfen oder um Verurteilungen, sondern um eine sachliche Beschreibung aller Standpunkte.

Die erste Veranstaltung zum Thema „Die 1960/70er Jahre: Die Vision und das Scheitern der sozialistischen Zukunftsstadt“ findet am 26. Februar um 18 Uhr im KuFa-Café „Auszeit“ statt. Hier geht es um den Plan, eine sozialistische Modellstadt für die Erbauer des Gaskombinates Schwarze Pumpe (GSP) zu errichten und die Gründe, weshalb dieses Ziel nicht realisiert werden konnte. Sieben familienfreundlich konzipierte Wohnkomplexe (WK) sollten entstehen, aber wegen des ständig steigenden Arbeitskräftebedarfs im Kombinat entstanden zehn Wohnkomplexe, sagt Olaf Winkler. Der Wohnungsbau musste bevorzugt werden gegenüber der Errichtung von Gesellschaftsbauten, so dass bis 1989 das Zentrum der Neustadt nicht zuende gebaut wurde.

Zwei weitere Gesprächsrunden werden sich mit der Zeit der starken Schrumpfung der Stadt in den 1990er/2000er-Jahren und dem Blick in die Zukunft beschäftigen. In diesen Epochen muss die Stadtpolitik ebenfalls mit vorhandenen Problemen umgehen und oft haben engagierte Bürger dazu eine andere Meinung.

Wie kamen und kommen diese Positionen zusammen? Entsteht eine produktive Streitkultur, und wie lebenswert ist eigentlich das kleiner gewordene Hoyerswerda der Gegenwart? Laden das Projekt „Brückenschlag“ zwischen Alt- und Neustadt, der Boulevard Kirchstraße, das Leitbild Hoyerswerda 2030 und der Bürgerhaushalt Hoyerswerdaer  ein, die Zukunft mitzugestalten und sind diese Ansätze schon ausreichend in der Stadt verankert? All diese Fragen versprechen spannende Diskussionen, findet Olaf Winkler.