Dass die Übergabe der zuvor langjährigen städtischen Einrichtung in die Hände eines Vereines finanziell auch etwas abgefedert ist, macht die Sache natürlich leichter. Ein zunächst dreijähriger Vertrag zwischen Kommune und Verein regelt die Pflichten auf beiden Seiten. Eine dieser Pflichten für den Verein ist zum Beispiel die Erwirtschaftung von 15 000 Euro durch Eigenleistungen. "Das ist uns gelungen – dank der engagierten Ehrenamtlichen und vieler Sponsoren", sagt Peter Hildebrandt.

Insgesamt haben 2004 - im ersten Jahr der freien Trägerschaft – zirka 9000 Kinder und Jugendliche an den vom Natz angebotenen Arbeits- und Interessengemeinschaften, Ferienkursen, Exkursionen und Unterrichtsaktionen teilgenommen. Vom Schach über den Modellbau, die Aquaristik und Mineralogie bis zu Natur- und Umweltprojekten reicht die Palette der regelmäßigen AGs für interessierte Schüler. Die Vielfalt der Freizeitangebote ist in den vergangenen Jahren stets gleich groß geblieben, wenngleich der Bevölkerungsrückgang auch hier spürbar wird. Waren es früher acht bis zwölf Mitglieder pro AG, sind es heute nur noch vier bis acht. Doch im Sinne der Begabtenförderung will das Natz da keine Einschnitte machen.

Einer der Schwerpunkte der Arbeit des Zentrums sind aber vor allem die Angebote, die die Natz-Mitarbeiter den Kindertagesstätten und Schulen in der Region zur Unterrichtsbegleitung anbieten. So kann man an der Schumannstraße passend zum Biologieunterricht einheimische Süßwasserfische in den Aquarien des Natz anschauen, im Sachkunde-Unterricht den "Garten der Sinne" erschließen, die Solarenergie sichtbar machen oder Wasseruntersuchungen durchführen. "Bei unseren Angeboten geht es immer darum, das naturwissenschaftlich-technische Interesse zu wecken und das Verstehen dieser Prozesse zu fördern", so Hildebrandt. Alles, was die Schüler voranbringt und bei den schulischen Aufgaben hilft, ist im Natz möglich. "Hier kann man sich auf Wettbewerbe vorbereiten, Hausaufgaben machen und dafür auch das Internet kostenlos nutzen. Für Kinder aus sozial schwachen Familien bieten wir auch eine Förderung in naturwissenschaftlichen Fächern an", erläutert der Natz-Chef.

Dass das Natz in den vergangenen Jahren auch den Namen der Stadt Hoyerswerda weit in die Welt hinaus getragen hat, ist ein weiteres Feld. Denn seit Jahren beteiligt sich die Jugendeinrichtung, die zu den aktivsten ihrer Art in Sachsen zählt, an den europäischen und weltweiten Ausstellungen zu Kinder- und Jugendforschungsprojekten. In Südafrika, Frankreich und gar Mexiko haben schon Hoyerswerdaer Tüftler und Forscher die Natz-Projekte vorgestellt. Und für die nächste Weltausstellung, die 2005 in Chile stattfinden soll, ist die Bewerbung natürlich schon längst abgegeben. "Wir haben uns mit einem Projekt der AG Mechatronik und mit einem Projekt zur Renaturierung am Tagebau Scheibe beworben", erläutert Peter Hildebrandt. Und hofft, das es auch diesmal mit der Delegierung klappt.