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| 16:09 Uhr

Hoyerswerda
Die VHS ist 70 und hat immer noch neue Ideen

Karla Kümmig (l.) und Ute Grun präsentieren das neue Projekt „Kontrovers vor Ort“, das mit der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung startet.
Karla Kümmig (l.) und Ute Grun präsentieren das neue Projekt „Kontrovers vor Ort“, das mit der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung startet. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Die Volkshochschule (VHS) Hoyerswerda hat ihren 70. Geburtstag mit vielen Leitern und Teilnehmern von Kursen, einigen Stadträten sowie Vertretern von Einrichtungen und Vereinen begangen. Von Katrin Demczenko

Als Gastredner gratulierten der Geschäftsführer des Sächsischen Volkshochschulverbandes, Prof. Ulrich Klemm, und der Direktor der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung (SLpB), Dr. Roland Löffler, den Mitarbeiterinnen Ute Grun und Karla Kümmig.

Die beiden managen seit Jahren erfolgreich „die kleinste und profilierteste VHS in Sachsen“, sagte Klemm. Er erinnerte an den Beginn dieser Entwicklung im Jahr 1946 mit dem Befehl 22 der sowjetischen Besatzungsmacht zur Neubildung von Volkshochschulen nach der Nazizeit. Anno 1948 nahm die Hoyerswerdaer Stadtgesellschaft die Idee auf, damit Erwachsene Schulabschlüsse nachholen konnten. Die Verantwortlichen hatten erkannt, dass nur Wissensvermittlung die Grundlage zur Entwicklung einer friedlichen, demokratischen Gesellschaft ist. Bildung ermöglicht Aufklärung, Teilhabe sowie Chancengleichheit für alle, und das gilt noch heute, so der Geschäftsführer des Sächsischen Volkshochschulverbandes. Der Direktor der SLpB, Roland Löffler, benannte Vernetzung und Aktivität als Arbeitsgrundlagen für die VHS und stellte deshalb das neue Projekt „Kontrovers vor Ort - Fakten, Thesen, Argumente“ vor. Seine Einrichtung will stärker in allen Regionen Sachsens arbeiten und schickt deshalb ab Oktober auch Vortragende nach Hoyerswerda. SLpB, VHS und Partner vor Ort organisieren Diskussionen zu politisch-gesellschaftlichen Themen der Gegenwart und Zukunft.

Die Leiterin der VHS Hoyerswerda, Ute Grun, war darüber erfreut und sagte, dass ihre Einrichtung als Teil der Zoo Kultur und Bildung Hoyerswerda gGmbH schon jetzt viele Zielgruppen an spannenden Veranstaltungsorten mit Bildung erreicht. Gesundheits-, Sprach- sowie Kreativkurse, Veranstaltungen zu gesellschaftlichen Themen, Angebote zur beruflichen Weiterbildung und für Schüler sind verfügbar. Kooperationen mit Hoyerswerdaer Institutionen und Vereinen sollen VHS-Angebote näher zu den Menschen bringen. Eine Zusammenarbeit mit Nachbarvolkshochschulen wird ermöglichen, auf sich wandelnde, anspruchsvoller werdende Kundenwünsche flexibler reagieren zu können. Nur durch stetige Zahlungen der Stadt Hoyerswerda, des Landkreises Bautzen und des Freistaates ist all das realisierbar, sagte Ute Grun, die natürlich auch etwas mehr Geld sinnvoll einsetzen würde.

Nach dem Festakt erarbeiteten die Gastredner, der Vorsitzende des Sächsischen Volkshochschulverbandes, Dr. Ralph Egler, und der Direktor der VHS Görlitz, Maik Gloge, mit Besuchern Zukunftsvisionen für die Hoyerswerdaer Einrichtung. Der ehemalige Leiter von Sprachkursen, Olaf Bansner, forderte, dass es rund um Hoyerswerda wieder Außenstellen geben müsse, um die Wirkung der VHS in der Fläche zu verstärken. Brigitte Kloß erklärte dazu, dass in Lauta „tote Hose“ sei. Weil deshalb viele Lautaer Bürger nach Hoyerswerda zu Kursen fahren, möge doch ihre Stadt die VHS finanziell unterstützen, schlug sie vor. Maik Gloge erzählte aus Görlitz von guten Erfahrungen mit einem Mitarbeiter, der ausschließlich das Marketing der Einrichtung übernimmt. Der Geschäftsführer der Zoo Kultur, Arthur Kusber, nahm diese Idee auf und sagte, er werde für Hoyerswerda darüber nachdenken.