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Müllentsorgung
Die Tonnen werden neu gemischt

Die zuständige Beigeordnete des Landrates Birgit Weber (l.) und die Sachgebietsleiterin Abfallwirtschaft des Landratsamtes Bautzen Rita Thieme beim Pressegespräch in Kamenz.
Die zuständige Beigeordnete des Landrates Birgit Weber (l.) und die Sachgebietsleiterin Abfallwirtschaft des Landratsamtes Bautzen Rita Thieme beim Pressegespräch in Kamenz. FOTO: Anja Hummel / LR
Kamenz. Zehn Jahre Müllentsorgung für 45 Millionen Euro: Der Landkreis Bautzen vergibt neue Aufträge.

Eigentlich hätte Birgit Weber ganz gerne die Aufkleber auf den Tonnen zurück. Getränkedosen und Kunststoffbecher gehören in die gelbe, Glasscherben, alte Schuhe und Aktenordner in die schwarze Tonne. „Es gibt noch immer viele Unsicherheiten in Sachen Mülltrennung“, sagt die zweite Beigeordnete des Bautzener Landrates.

Das Thema Abfallentsorgung von mehr als 300 000 Einwohnern liegt auf ihrem Tisch. Noch vor Ostern steht rund um die Entsorgung von Bio-, Rest- und Sperrmüll eine gewichtige Entscheidung bevor: Welche Unternehmen werden den Abfall ab 2019 für die kommenden zehn Jahre im gesamten Landkreis entsorgen? Die Vergabevorschläge stehen fest. Für Hoyerswerda soll Hauptauftragnehmer für die Verwertung von Bioabfällen und das Einsammeln von Altpapier die Veolia Umweltservice Ost GmbH bleiben. Für die Einsammlung und den Transport von Rest-, Bio- und Sperrmüll könnte künftig die HLD Umwelt GmbH mit Sitz in Hoyerswerda verantwortlich sein. Die finale Entscheidung soll am Gründonnerstag fallen. Für die gesamten Abfall-Entsorgungsleistungen plant der Landkreis pro Jahr 4,5 Millionen Euro ein. „Die Gebühren für die Bürger bleiben dabei stabil“, verkündet Birgit Weber. Das macht nicht zuletzt eine Neuaufteilung der Versorgungsgebiete möglich. Aus drei werden zwei: Gebiet West rund um den Altkreis Kamenz und Gebiet Ost mit dem Großbereich Bautzen. Hoyerswerda eingeschlossen. Eine Reaktion auf den Rückgang der Bevölkerung sei das, wie Weber erklärt.

Was sich für die Bürger ändert: Die Biotonne wird künftig im einheitlichen Rhythmus entsorgt – im Sommer einmal, im Winter zweimal wöchentlich. Außerdem soll das Schadstoffmobil, das Altbatterien, Farbe, Leuchtstoffröhren und Co. einsammelt, seine „Haltezeiten“ anpassen – und zwar an die Arbeitszeiten der Bevölkerung. „Das Mobil wird mal vormittags, mal nachmittags in den Gemeinden vor Ort sein“, erklärt Birgit Weber.

Für das Altpapier sollen Papiertonnen und Container weiterhin parallel bestehen bleiben. Insgesamt werden im Landkreis Bautzen 90 000 Tonnen Abfall jährlich entsorgt. Doch nicht jeder Müll landet dort, wo er hin soll. „Die illegale Müllentsorgung steigt stetig an“, sagt Birgit Weber. Die Beigeordnete spricht von einer geringen Aufklärungsquote. Auch die fehlerhafte Mülltrennung ist ein Thema. Noch viel zu oft landen Bioabfälle im Restmüll oder Glasflaschen in der gelben Tonne. Zwar wird es Aufkleber auf den Müllbehältern künftig nicht geben. Doch neben zahlreichen Projekten des Landkreises, von Müllsammelaktionen bis zum Abfallanlagenbesuch, gibt es neuerdings auch eine Abfall-App für das Smartphone. Wer die nutzt, hat nicht nur Entsorgungstermine und Containerstandorte im Blick. Auch der Sperrmüll kann online angemeldet werden. Und: Das „Abfall-Abc“ erklärt, welcher Müll in welche Tonne gehört.