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,,Die Sonne'' ist Sonntag in Mortka

Was die Jakubzburg als Theaterkulisse zu bieten hat, konnten in diesem Sommer bereits die Gäste der Aufführung des Kinder-Tanzheaters "Momo" erleben. Am Sonntag sind die Landesbühnen Sachsen mit dem Lakomy-Stück "Die Sonne" wieder in Mortka.
Was die Jakubzburg als Theaterkulisse zu bieten hat, konnten in diesem Sommer bereits die Gäste der Aufführung des Kinder-Tanzheaters "Momo" erleben. Am Sonntag sind die Landesbühnen Sachsen mit dem Lakomy-Stück "Die Sonne" wieder in Mortka. FOTO: Mandy Fürst/mft1
Mortka. ( Es gibt Fotos, die können in dieser Gegend eigentlich nur in Mortka entstehen. Der dicke tote Baum, aus dessen Rücken heraus eine Wendeltreppe ins Nichts führt, ist so ein Motiv. Mandy Fürst / mft1)

Auch die 1,50 Meter dicke Mauer des gerade entstehenden Festsaales, der mittelalterlich anmutende Balkon, der zum festen Bühnenbild gehören wird, oder die jeweils zwölf Quadratmeter großen Bleiglasfenster, durch die vom Südosten das Sonnenlicht in allen Farben in den Raum fallen wird, bilden eine faszinierende Kulisse. Wie überhaupt die ganze Jakubzburg, die den Grundstein der detailverliebten Inszenierungen bildet.

Längst hat sich das Ensemble im Herzen der Flächengemeinde Lohsa als Sehenswürdigkeit, Festlokation, Herberge und Kulturraum für Einheimische und Touristen etabliert. Die ersten Höhepunkte der Saison sind erfolgreich über die Burgbühne gegangen.

Auch für die zweite Hälfte des Sommers haben die Organisatoren der "Freizeitoase Mortka" noch einige Höhepunkte auf dem Kulturkalender. Die frisch installierte Zuschauertraverse kündet von kommenden Veranstaltungen. So werden die Landesbühnen Sachsen nach der erfolgreichen Uraufführung Ende Juli an diesem Sonntag, 13. August, ab 16 Uhr noch einmal das Musikmärchen "Die Sonne" von Reinhard Lakomy aufführen.

Gebraucht wird die Zuschauertribüne mit mehr als 700 Plätzen jedoch bereits heute Abend, denn ab 19.30 Uhr wird "Die Seilschaft" - DIE Band mit dem musikalischen Herzen für das Vermächtnis des Hoyerswerdaer Liedermachers Gerhard Gundermann - auf der Burg zu Gast sein. 1992 war die Gruppe aus der Produktion der Gundermann-CD "Einsame Spitze" hervorgegangen. Mit dem plötzlichen Tod des begnadeten Dichters und Musikers im Jahr 1998 wurde aus "Gundermann & Seilschaft" einfach nur "Die Seilschaft". In ihrem 25. Band-Jahr werden die Musiker nun mit ihrer "Alle oder keiner"-Tour auch in Mortka Station machen.

Zwei Wochen später, am 25. August, ab 19.30 Uhr, sind beim ersten Konzert der "Burg-Klassik" ganz andere Klänge zu hören. Das Sorbische National-Ensemble Bautzen lädt zur "Klangzauber Klassik" und lässt im Burghof mit mehr als 30 Orchestermusikern und einem großen Chor Werke von Bach, Händel und dem sorbischen Komponisten und Dirigenten Korla Awgust Kocor erklingen. Hierfür sind noch Karten erhältlich, wohingegen die beiden Vorstellungen der diesjährigen Burgnächte fast ausverkauft sind.

Dem "Glöckner von Notre Dame", dargeboten als Schauspiel mit Musik von den Landesbühnen Sachsen in einer Fassung von Peter Dehler, Regie Peter Kube, wird die Jakubzburg sicher eine perfekte Kulisse bieten. Der Vorhang, oder vielmehr die Zugbrücke, hebt sich am 30. und 31. August jeweils um 19.30 Uhr.

Der Veranstaltungskanon der kommenden Wochen ist geplant. Wo genau aber die Silvestergala 2017/2018 stattfindet, steht noch nicht endgültig fest. Zwar soll der neue Festsaal, der bis zu 250 Gäste fassen kann, zum Jahreswechsel fertiggestellt sein. Und ganz bestimmt werden der Raum und seine Bühne bereits im Oktober mit dem Kinderstück "Das Füchslein" des Sorbischen National-Ensembles Bautzen eingeweiht. Ob das neue Jahr jedoch wie gehabt in der Burg oder doch im neuen Saal begrüßt wird, hängt vom Fortgang der Baustelle ab.

Zweifellos aber werden nach der Fertigstellung die bunten Bleiglasfenster den künftigen Trauungen und Hochzeitsfeiern noch mehr Festlichkeit verleihen. Und auch die Theaterkultur findet dann neben den Open-Air-Ereignissen auch innerhalb der Burgmauern eine angemessene Heimstatt.

Damit diese Entwicklungen jedoch nicht zulasten des Dorfes gehen, wird der vordere Parkplatz künftig hauptsächlich für Tagesgäste genutzt, erklärt Burgherr Andre Jakubetz. Für größere Events bietet die im neuen Bauplan ausgewiesene Fläche hinter der Burg künftig die dreifache Kapazität. Noch befänden sich die Parkfläche und das Feriendorf in der letzten Genehmigungsphase, sagt Jakubetz. Am Dienstag kommender Woche wird der Gemeinderat über die Pläne beraten und abstimmen.