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Die sich begegnen und keine Namen tragen. . .

Die Zwölfer vom Musikprofil am Lessing-Gymnasium haben mit viel Spielfreude Mitschülern, Lehrern und Ehemaligen sowie Eltern, Freunden und sonstigen Gästen ihr traditionelles Abschlussprojekt vor.
Die Zwölfer vom Musikprofil am Lessing-Gymnasium haben mit viel Spielfreude Mitschülern, Lehrern und Ehemaligen sowie Eltern, Freunden und sonstigen Gästen ihr traditionelles Abschlussprojekt vor. FOTO: mft1
Hoyerswerda. Am Dienstag und Mittwoch haben die Zwölftklässler vom Musikprofil am Lessing-Gymnasium Mitschülern, Lehrern und Ehemaligen sowie Eltern, Freunden und sonstigen Gästen ihr traditionelles Abschlussprojekt vorgestellt. Jubel und Applaus waren der Lohn für fast zwei Jahre Probenarbeit. Mandy Fürst / mft1

Am heutigen 1. Oktober ist Katharina Michelfeit zehn Jahre Leiterin des Lessing-Gymnasiums Hoyerswerda. Als sie damals an die Schule kam, gab es das M-Projekt schon, erzählt sie. Auch hatte sie einige Jahre zuvor schon einmal als Gast eine Aufführung der beliebten Abschlussprojekte der Abiturienten aus dem Musikprofil erlebt. Nun obliegt ihr das Vergnügen, die finalen Inszenierungen der Zwölfer zu besuchen, in jedem Herbst. Und wie in jedem Jahr ist sie wieder gespannt, was die Abschlussklasse sich ausgedacht hat.

Unterstützt werden die "M-is", wie der Leistungskurs Musik in der Schule nur genannt wird, von den Parallelklassen. So müssen sie sich weniger um Einlass und Verköstigung der Zuschauer kümmern und können sich auf ihre Aufführung konzentrieren. Das Projekt sei unheimlich wichtig für die jungen Menschen, sagt Tutorin Kerstin Lieder. Sie hat die Arbeit an dem Stück und insbesondere an der Chormusik sanft begleitet. Auch sie kann nicht genau sagen, wie weit die Geschichte der M-Projekte zurück reicht. Viel wichtiger ist auch, dass jeder damit beitragen kann, was ihm am meisten liegt. Da wachsen die Schüler über sich selbst hinaus, weiß Kerstin Lieder aus Erfahrung.

Seit dem Ende der zehnten Klasse und ihre ganze Studienfahrt lang hat die 12a ihre Geschichte rund um die Zeitreise der beiden Protagonisten entwickelt. Um das Mädchen (Sarah Schlappa) und den Jungen (Jannik Lamprecht), die sich in der Romantik begegnen und keine Namen tragen. Ein nicht aufzulösender Konflikt überschlägt Vergangenheit und Gegenwart, Genre und Gattungen, Krieg und Frieden. Die von endlosen Auseinandersetzungen geschwächte "Gaia" - die personifizierte Mutter Erde aus der griechischen Mythologie - kann das aus der Zeit gefallene Paar weder zurück noch zueinander bringen. Nur die innere Melodie, die Melodie der Liebe, hat die Kraft, das sie zu vereinen. Geschrieben hat das Drehbuch Martha Sarodnik, die auch die Rolle der Gaia spielt. Die Reise zurück in die Gegenwart wird von den großen Hits und ihren federführenden Schöpfern illustriert.

Beethoven und Bach tauchen auf und ab. Der Chor singt das "Kyrie elesion". Die Band covert Gun's N' Roses` "Knockin On Heavens Door". Alles gipfelt im Kuss der Liebenden und dem Enya-Songwunder "Only Time". Wer kann schon sagen, wohin die Straße führt und wohin der Tag fließt, wenn man siebzehn oder achtzehn Jahre alt ist, bald sein Abitur in der Tasche und die Welt mit ihren Stärken und Schwächen zu Füßen hat? Wohl nur die Zeit. Wenn sie nur nicht aus den Fugen gerät.