Und so waren vorgestern nicht nur einige Mütter, sondern auch Vertreter der örtlichen Vereine, der Gemeindeverwaltung und Bürgermeister Dietmar Koark selbst zu dem Treffen gekommen. Fakt ist: In diesem Jahr kann das Kinderfest nicht in gewohntem Rahmen stattfinden: Das ganze Dorf kommt gesellig zusammen, die Jugend führt ein Märchenspiel auf. Und die Feuerwehr unterstützt das vom erzamperten Geld des jeweils letzten Winters finanzierte Fest und verbindet es mit einer Sonderblutspende-Aktion des DRK.

Anstelle eines neuen Bürgerhauses befindet sich im Ortszentrum jedoch derzeit noch eine Baustelle, sanitäre Einrichtungen stehen demnach ebenfalls nicht zur Verfügung. Darunter sollen die Kinder nicht leiden: “Wir haben einen Bus gemietet und fahren mit ihnen am 14. August in den Freizeitpark Plohn„, erzählt Katrin Speisekorn. “Viele sind angesäuert, dass es beim Bau nicht so vorwärtsgeht, wie es soll„, sagte Uwe Schuster von der Trachtengruppe. “Wir haben Angst, dass der Zusammenhalt leidet„, ergänzte Katrin Speisekorn und verwies auf die momentanen Bedingungen der zahlreichen, aktiven Vereine im Dorf, die sich alle um den kahlen Mehrzweckraum des alten Bürgerhauses “prügelten„. Der Chor sei zum Proben nach Bergen gezogen. Die Jugend “hause„ in der Bushaltestelle. Ein Vertreter der Jugend hatte im Gemeinderat geäußert, dass es bald kein vom Club veranstaltetes Maibaumwerfen oder Zampern mehr geben werde, sollte das neue Bürgerhaus nicht bald kommen.

Bürgermeister Dietmar Koark bekräftigte, dass sich die Verwaltung für die Seidewinkler “abstrampelt„. Er sei in ständigem Kontakt mit der Rechtsaufsicht. Denn: Noch habe die Elsterheide keinen genehmigten Haushalt, und ohne den könne nicht gebaut werden. Er habe Verständnis dafür, dass der Ortschaftsrat den seit Jahren auf den Umbau wartenden Seidewinklern die haushalterischen Zwänge der Gemeinde nur schwer vermitteln kann. Doch müssten zunächst die Pflichten erfüllt werden: Gewerbesteuerrückzahlungen und die Umlage an den Abwasserzweckverband - insgesamt rund 756 000 Euro. Das Geld für das Bürgerhaus sei zwar früher schon im Haushalt eingeplant gewesen, aber dann hätten sich die Einnahmen der Gemeinde nicht wie gewünscht entwickelt.

Am 17. August beschäftigt sich der Gemeinderat erneut mit dem Haushalt.