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| 02:47 Uhr

Die schwarze Mamba im Haus ersetzt die Rattenfalle

Beim ersten offenen Gemeindeabend in Spreewitz erzählte Reinhold Schiele über Südafrika.
Beim ersten offenen Gemeindeabend in Spreewitz erzählte Reinhold Schiele über Südafrika. FOTO: ang1
Spreewitz. Der aus Südafrika stammende Pfarrer Reinhold Schiele hat während des ersten offenen Gemeindeabends in Spreewitz seine südafrikanische Heimat vorgestellt. ang1

"Ich bin Südafrikaner - einer von etwa 51 Millionen", begann der 49-Jährige seinen rund zweistündigen Vortrag, den er "Südafrika die Regenbogennation - Toleranz als Lebensgeschichte" nannte. Sein gutes Vortragsdeutsch rührt von seinen europäischen Wurzeln: "Meine Großeltern und meine Mutter stammen aus Deutschland. Meine Eltern wurden als Missionare des Berliner Missionswerkes nach Südafrika ausgesendet. Wir haben in der Familie öfters Deutsch gesprochen", klärt Schiele auf.

Eindrücklich erzählte er anschließend von den vielen Tieren in seinem Heimatland. Ob Elefanten, Kapbüffel, Nashörner, Löwen oder Antilopen - zu jedem Tier konnte Pfarrer Schiele etwas berichten. So auch über die schwarze Mamba - eine der giftigsten Schlangen überhaupt. "Aber wenn man sie im Haus hat, bringt das auch Vorteile. Probleme mit Ratten gab es nicht mehr", bemerkt er, berichtet über die afrikanische Pflanzenwelt, über die politische Situation in dem Land und über das Bildungssystem.

Das Faszinierende an Südafrika ist für Pfarrer Reinhold Schiele allerdings, die Vielfalt. Und es herrscht Geselligkeit unter den 27 verschiedenen ethnischen Gruppen. Dass Südafrika ein Multikultiland ist, beweise auch das Nationallied der Südafrikaner. Reinhold Schiele spielt es den Besuchern vor und erläutert, dass das Lied sechs der elf Landessprachen enthält. Die Besucher sind beeindruckt.

Reinhold Schiele erzählt, dass man im Vergleich zu Europa in Südafrika die unterschiedlichen Kulturen mehr achte. Auch das allgemeine Lebensgefühl sei anders: "Die Südafrikaner haben trotz ihrer Apartheid-Geschichte ein anderes Verständnis von Toleranz, sie sind auf eine gewisse Art fröhlicher und die rhythmische Bewegung liegt ihnen quasi im Blut."

Interessant fanden es die Besucher auch, dass Pfarrer Schiele die Besucher duzt. "In Südafrika duzen wir uns lieber", sagte Schiele. "Aber hier in Deutschland habe ich inzwischen auch gelernt zu Siezen", schmunzelt er.

Ende des Jahres wird Pfarrer Reinhold Schiele mit seiner Familie wieder zurück nach Südafrika kehren. Sechs Jahre lang hat der Theologe nun durch ein Austauschprogramm der evangelischen Kirche seine Arbeit und sein Leben in Ruhland verbracht. Reinhold Schiele sagt: "Uns zieht es schon wieder in die Heimat. Aber wenn wir dann gehen, werden wir Deutschland mit einem lachenden und einem weinenden Auge verlassen."