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Kufa-Konzert
Die Proft-Band trägt den Ostrock weiter

Ostrock in der Kulturfabrik Hoyerswerda: Die erfahrenen Musiker Frank Proft (links), Henryk Koerbs und Olaf Hensel (rechts) treten auf der Bühne im Saal auf.
Ostrock in der Kulturfabrik Hoyerswerda: Die erfahrenen Musiker Frank Proft (links), Henryk Koerbs und Olaf Hensel (rechts) treten auf der Bühne im Saal auf. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Zu ihrem 25. Geburtstag rockte die Proft-Band am Samstagabend die Hoyerswerdaer Kulturfabrik. Von Katrin Demczenko

1993, vor genau 25 Jahren, nahm alles seinen Anfang. Damals fand die Premiere von Frank Profts eigener Gruppe im damaligen Einstein-Club, heute Black Raven, statt. Die Jungmusiker, von denen zum Geburtstagskonzert am Wochenende im Saal der Kulturfabrik Hoyerswerda der Drummer Thomas Köhler und der Bassgitarrist Olaf Hensel mitspielten, begannen zu tingeln und wurden 1996 vom Fanfarenzug Hoyerswerda angefragt, Vorband für Purple Schulz zu werden. „Das war ein Fest am Jahnsportplatz und das Zelt war voll“, erinnert sich Frank Proft an diesen bedeutsamen Auftritt in der Bandgeschichte. Der Sänger und Bandgründer ist in Hoyerswerda mit der Musik der Puhdys, City und anderer Bands des Ostens aufgewachsen. Im Jahr 2000 standen sie zum ersten Mal und später noch öfter vor den Puhdys, City oder Rockhaus auf der Bühne. Tolle Konzerte, auch vor zehntausenden Zuschauern, konnten die Hoyerswerdaer auf diese Weise geben.

Heute gehören für Frank Proft gemeinsame Auftritte mit Peter „Eingehängt“ Meyer, dem Keyboarder und Saxophonisten der Kultband Puhdys, zur schönen Normalität. Nächstes Jahr will er mit seiner Band eine neue CD herausbringen und auch wieder in der Lausitz auftreten, weil dem bei Berlin lebenden Künstler die Verbindung zur Heimat wichtig ist.

Etwa 170 Gäste aus Hoyerswerda, Lauta, aber auch Berlin und Halle feierten in der KuFa mit Proft & Band sowie Überraschungsgästen. Holger Ebert aus Köniswusterhausen ist bei Puhdys-Konzerten auf die Vorband aufmerksam geworden und besucht nun auch Profts Auftritte. Für Andreas Bär aus den Wohnstätten der Lausitzer Werkstätten Hoyerswerda erfüllte sich ein Herzenswunsch, Frank Proft auf der Bühne zu sehen. Er kennt ihn seit 1983.

Die Musiker spielten zuerst „Alles dreht sich weiter“ von der Proft-CD „Plan vom Glück“ und brachten sofort Stimmung in den Saal. Mit diesem Titel schufen sie den Übergang zu dem großen DDR-Hit der 1980er Jahre „Zeit, die nie vergeht“, dessen Komponist und Sänger Michael Barakowski kürzlich verstorben ist. „Kling Klang“ von Keimzeit und viele neuere sowie ältere Titel von Proft & Band, die mittlerweile auf zehn CDs erschienen sind, wurden vom Publikum begeistert mitgesungen.

Bei dem gecoverten City-Titel „Flieg ich durch die Welt“ leuchteten Lämpchen sowie Feuerzeuge und der Gitarrist Henryk Koerbs spielte ein wunderschönes Geigensolo. Als sich Frank Profts 15-jährige Tochter Tine als Gast erstmals mit einem eigenen englischsprachigen Titel vorstellte, natürlich unterstützt von der Band, gab es Beifall im Saal. Der Hauptgast des Abends war jedoch Peter „Eingehängt“ Meyer, der seinen Enkel Ludwig mitgebracht hatte. Puhdys-Songs wie „Lebenszeit“ und „Kein Paradies“ durften bei dem Konzert nicht fehlen. Die Gäste spielten Keyboard, während Frank Proft den Gesangspart von Dieter „Maschine“ Birr gern übernahm. Anschließend erklang gemeinsam „Sehnsucht“, „das schönste Lied von Proft“, wie Peter Meyer sagt. Bei „Rock around the clock“ kamen sein Saxophon und die nicht versiegende Spielfreude des Musikers zum Vorschein. Drei Drummer gaben dem Song die richtige Grundlage: Thomas Köhler, Meyers Enkel Ludwig und Markus-Lehnigk. Zur Zugabe einiger Puhdys-Titel ließen sich die Musiker nicht lange bitten.