ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:34 Uhr

Die letzten Kegel im Zeißiger Westphalenhof sind gefallen

Aufmerksam beobachtet kegeln Tina Jäschke und Susann Sulk (v.l.n.r.) für die Tanzgruppe. Es war das letzte Turnier im Westphalenhof.
Aufmerksam beobachtet kegeln Tina Jäschke und Susann Sulk (v.l.n.r.) für die Tanzgruppe. Es war das letzte Turnier im Westphalenhof. FOTO: jth1
Zeißig. Am vergangenen Sonnabend endete mit dem Vereinskegeln, einem alljährlichen Wettbewerb der Zeißiger Vereine, auch die über 20 Jahre dauernde Ära der Zeißiger Kegelbahn im Westphalenhof. Gewonnen hat die 21. Auflage das Team der Freiwilligen Feuerwehr gefolgt vom hauseigenen Königsclub und dem Sportverein. J. Tesche/jth1

Auf den weiteren Plätzen folgten die Sorbische Volkstanzgruppe, der Kulturverein und der Jugendclub. Gemeinsam blickten Sieger und Platzierte auf die Geschichte des Treffpunktes. Bereits 1982 begannen die Zeißiger mit dem Bau der Kegelbahn, eine Mach-mit-Initiative. Das Gebäude mit einer Nutzfläche von 300 Quadratmetern sollte neben der Bahn einen Aufenthaltsraum, ein Jugendzimmer sowie Küche und Toiletten beinhalten. Der Innenausbau und die Fertigstellung zogen sich hin. Gerhard Petrick übernahm 1985 als neuer Zeißiger Bürgermeister den Rohbau und erinnert sich: "Mit Unterstützung der Betriebe im Industriegelände gelang es, die wichtigsten Materialien für den Ausbau zu beschaffen. So übernahm der VEB Robotron die Abdichtung des Daches und der VEB SERO (Kombinat Sekundär-Rohstofferfassung) die Sanitärausstattung."

Ende der 1980er Jahre waren Reiner und Elke Westphal auf der Suche nach einer Gaststätte und wurden mit dem im Bau befindlichen Objekt in Zeißig fündig. Der Kaufvertrag für das Haus kam noch vor der Wende zustande, der Grundstückskauf dauerte etwas länger. Am 30. Mai 1992 eröffnete der Westphalenhof mit einem behaglichen Restaurant für 55 Personen, einer einladenden Theke sowie einem Kegelzimmer und zwei modern ausgestatteten Kegelbahnen. Damit ging für die sportlich interessierten Zeißiger ein lang ersehnter Wunsch in Erfüllung und so manche Familienfeier bekam mit der Nutzung der Kegelbahn eine sportliche Note.

Im Rückblick auf die 20-jährige Geschichte des Zeißiger Sportvereins beschrieb Ortsvorsteher Wolfgang Finger anlässlich der Jubiläumsveranstaltung die ersten Aktivitäten: "Am 6. Dezember 1992 fand die Gründungsversammlung des Vereins mit 55 Mitgliedern im Westphalenhof statt. Den Vereinsvorsitz durfte ich gleich übernehmen." Es war die Geburtsstunde des heutigen SV Zeißig, der inzwischen vom Fußball dominiert wird.

Familie Westphal hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Seit Anbeginn unterstützt sie den Sportverein bei seinen Aktivitäten, aber der Westphalenhof muss auch die Wirtschaftlichkeit im Auge behalten. In manchen Monaten war der SVZ der einzige Nutzer. Ab April rücken die Handwerker an. Aus der Kegelbahn soll eine Weinhandlung entstehen.