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Grüne Woche
Kockert: Landwirtschaft muss transparent sein

Tobias Kockert (47) ist Geschäftsführer der MKH Agrar-Produkte-Gmbh Wittichenau. Zur Grünen woche in berlin will er natürlich den Bergkäse der Krabat-Milchwelt mitnehmen.
Tobias Kockert (47) ist Geschäftsführer der MKH Agrar-Produkte-Gmbh Wittichenau. Zur Grünen woche in berlin will er natürlich den Bergkäse der Krabat-Milchwelt mitnehmen. FOTO: Rainer Könen
Kotten. Die Kottener Milchwelt beteiligt sich an der Grünen Woche – auch, um zu erfahren, wie die Verbraucher ticken. Von Rainer Könen

Den schmackhaften Bergkäse nimmt Tobias Kockert, der Geschäftsführer der Krabat-Milchwelt, selbstverständlich mit zur Grünen Woche nach Berlin. Ist der doch eines der Premiumprodukte des Kottener Betriebes, welcher zu den Stammgästen auf dieser internationalen Messe gehört, auf der im weitesten Sinne landwirtschaftliche Erzeugnisse von Herstellern und Vermarktern aus aller Welt präsentiert werden.

Für einen Tag, den Montag, will der 47-jährige Geschäftsführer am Stand der Marketinggesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien, Besucher wieder auf all das, was sein Betrieb, was die Lausitz zu bieten hat, aufmerksam machen. Und hat dabei auch eine Mission: „Ich möchte darauf hinweisen, dass man Lebensmittel wertschätzen soll.“ Dies ist ihm ein besonders großes Anliegen.

Der Wittichenauer weiß jedoch, dass angesichts der immensen Auswahl in den Messehallen und der Vielzahl der Aussteller, es alles andere als einfach sein wird, den mit so vielen Eindrücken übersättigten Messebesucher „zu erreichen“. Aber man versuche es, so der Milchwelt-Chef.

Für ihn ist die Grüne Woche auch noch aus einem anderen Grunde interessant. „Ich erfahre dort, wie die Verbraucher derzeit so ticken“, wo diese beim Kauf von Lebensmitteln ihre Prämissen setzen. Kockert hat es sich seit vielen Jahren zur Aufgabe gemacht, für die Herstellung der Lebensmittel in landwirtschaftlichen Betrieben zu sensibilisieren, darauf hinzuweisen, wie wichtig in der heutigen Zeit gerade Transparenz bei der Lebensmittelproduktion ist. Für ihn ist es auch immens wichtig, darüber zu informieren, „wie viel Arbeit hinter den Produkten steckt und was am Ende für die Landwirte übrig bleibt“ – um damit auch zu verdeutlichen, dass Qualität bei Lebensmitteln ihren Preis habe.

Tobias Kockert glaubt, dass es gar nicht so sehr die Kunden seien, die unbedingt alles billig haben wollen. Man müsse ihnen die Preise nur richtig erklären. Zum Beispiel über Umweltbildung durch die Bildungsgesellschaft des Landesbauernverbandes. Oder über offene Höfe, bei Betriebsführungen, im Hofladen, auf dem Wochenmarkt. Oder auf der Grünen Messe in Berlin.Seit zehn Jahren verarbeitet und verkauft die Krabat-Milchwelt mit über 60 Mitarbeitern einen Teil ihrer Milch selbst. Schwarzer Müller, Kreuzkümmel oder auch Knoblauch heißen die Käsesorten, die hier entstehen. Dazu kommen beispielsweise Joghurt und Butter. Vor allem im eigenen Hofladen und auf Wochenmärkten bringt der Betrieb diese Produkte unter die Verbraucher. Mit wachsendem Erfolg. Ebenso erfolgreich haben sich die Führungen in der Krabat-Milchwelt entwickelt. Auf „unserem gläsernen Hof“, so Kockert, können die Besucher die geschlossenen landwirtschaftlichen Kreisläufe mit allen Sinnen erleben.

Rund 800 Rinder, Kühe, Kälber hat der Betrieb. Wie was wo hergestellt wird, das könne man genau genommen „an 365 Tagen im Jahr“ in Kotten beobachten. Kockert: „Wenn man so will, haben wir hier täglich einen Tag des offenen Hofes“. Bei der Krabat Milchwelt im Wittichenauer Ortsteil Kotten gibt es neben Biogas noch Fotovoltaik auf den Dächern, Pflanzenproduktion und Getreideverkauf.