Revierförster Peter Muster durchkämmt seit nunmehr 36 Jahren die Wälder rund um die Stadt an der Schwarzen Elster und kennt sein Revier Elster-Heide wie seine eigene Westentasche: „Es ist etwas ganz Seltenes, dass ein Förster so lange im selben Gebiet tätig ist“, sagt er selbst. Während in der ehemaligen DDR das gesamte Gebiet zentral verwalten worden ist, berät und betreut Peter Muster nun knapp 1100 private Waldbesitzer, die sich auf 7800 Hektar den Wald „teilen“. Dabei sei nicht nur Fachkenntnis wichtig, sondern auch viel Menschenkenntnis. „Manchmal brauche ich schon viel Fingerspitzengefühl bei meiner Arbeit. Besonders wenn zwei Waldnachbarn ihre Flurstückgrenzen nicht genau kennen, helfe ich dabei, Streit zu verhindern und die genauen Grenzen abzustecken.“

Darüber hinaus zählen neben dem Naturschutz oder den Waldführungen von Schulklassen zu seinen Hauptaufgaben vor allem die Beratung und Betreuung der Waldeigner. „Sie sind schließlich für die Bewirtschaftung oder die Sicherung von Wegen und anliegenden Verkehrsstraßen verantwortlich“, erklärt er. Die Beratung und die Hilfe bei der Holznutzung, der Aufforstung sowie der Vermittlung von Kauf oder Verkauf der Waldgebiete oder des Holzes selbst, sind dabei kostenlos. Eine kostpflichtige Betreuung hingegen tritt dann ein, wenn ein tatsächliches Eingreifen des Fachmannes nötig ist. „Gerade wenn der Eigentümer – aus welchen Gründen auch immer – nicht mehr in der Lage ist, seinen Wald zu bewirtschaften, unterstütze ich ihn dabei, alles in Ordnung zu halten“, erklärt der Revierförster.

Trotz der verbesserten Arbeitsbedingungen durch GPS oder Handy ist Peter Muster um sein Revier dennoch besorgt. Nicht der Wolf macht Probleme: „Das Abladen von Müll im Wald und der Holzdiebstahl haben in den letzten Jahren stark zugenommen.“ So findet er auf seinen Kontrollgängen durch die heimischen Wälder nicht nur Gartenabfälle, die Pflanzen dort wachsen lassen, „die dort gar nichts zu suchen haben“ und sämtliche Arten von Haus- und Sperrmüll, sondern auch allzu oft Spuren von Holzdiebstahl. Was bleibt ist die Hoffnung, dass es einen sorgsameren Umgang der Bevölkerung mit der Elster-Heide gibt.